Hans Schmid: «Es hat bei derart verschiedenen Themen für jeden Geschmack etwas dabei»

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Eine historische Postkarte von 1901, dem Jahr, in dem das Museum Zofingen eröffnet wurde. Bilder: zvg

«Ich wusste gar nicht, dass es hier so viel Spannendes zu entdecken gibt.» Das sei eine häufig gehörte Antwort von Leuten, die das erste Mal das Aarburger Museum besucht hätten, sagt Hans Schmid, der seit acht Jahren Mitglied der Aarburger Museumskommission ist und seit sieben Jahren deren Präsident. Er kennt die Museen der Region gut genug, um sagen zu können: «In den Dauerausstellungen aller Museen in der Region gibt es ebenso viel Spannendes zu entdecken wie im Aarburger Heimatmuseum.»

Seit fünf Jahren organisieren die vier Museen von Aarburg, Oftringen, Rothrist und Zofingen im Herbst einen gemeinsamen regionalen Museumstag. Hervorgegangen ist diese Idee aus dem internationalen Museumstag, welcher jeweils im Mai durchgeführt wird. «Wir haben uns für eine Durchführung im Herbst entschieden, weil der Museumstag im Mai jedes zweite oder dritte Jahr auf Muttertag oder Auffahrt fiel», erklärt Schmid, was zur Folge hatte, dass die Besucherzahlen entsprechend geringer ausfielen.

Die Zusammenarbeit unter den Museen funktioniere ausgezeichnet, betont Schmid, der die Arbeiten jeweils koordiniert. «Es ist ein Stück weit auch schon Routine», sagt der 72-jährige Aarburger. Dazu gehöre auch ein Résumé etwa drei Wochen nach dem Anlass, bei dem man bespreche, was gut, was weniger gut war und was nächstes Jahr passieren solle.

Die einzelnen Museen sind bei der Themengestaltung autonom. «Einerseits wäre der Aufwand für die Erarbeitung einer gemeinsamen Thematik zu gross», sagt Schmid. Andererseits böten die unterschiedlichen Thematiken doch gerade den Anreiz, wieder einmal ins Museum zu gehen. «Es hat bei derart verschiedenen Themen doch für jeden Geschmack etwas dabei», ist sich Schmid sicher.

Aarburger zeigen ­historische Waffen

«Ich kann nur staunen, was die Waffenschmiede des 17. und 18. Jahrhunderts herstellen konnten», sagt Schmid im Dachstock des Aarburger Heimatmuseums. Dort ist die Waffensammlung des Museums untergebracht, «eine der bedeutendsten in der Region», wie Schmid nicht ohne Stolz anmerkt. Natürlich würden Waffen nicht bei allen Leuten auf Sympathien stossen, doch wenn man die ausserordentliche Handwerkskunst hinter den Waffen betrachte, die speziell in den Abzugs- und Schlagmechanismen liege, ergebe sich ein anderes Bild.

Die Ausstellung dokumentiert und veranschaulicht die verschiedenen Zündsysteme von der Lunte bis zur Perkussion. Was ist eine Muskete, wie funktioniert ein Radschloss und was versteht man unter einer Flinte? Auf alle diese Fragen findet man in der Sonderausstellung im Aarburger Heimatmuseum Antworten. Ergänzend dazu werden Filme gezeigt, die das Zeughaus Solothurn zur Verfügung stellt.

Klöppeln und die Hunde-­Rettungsstaffel in Oftringen

 

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In Oftringen kann man Marc’s K9-Rettungshunde-Staffel im Einsatz erleben.

 

Ein ganz anderes, aber ebenso altes Handwerk wird in Oftringen in der Sonderausstellung gezeigt: das Klöppeln. Gezeigt werden nicht nur wunderschöne Arbeiten, Besucher erfahren auch mehr über die Entwicklung des Handwerks. Heute werden nicht nur wertvolle Spitzen, sondern auch Schals, Bilder, 3D-Motive oder sogar Schmuck hergestellt. Damit das alles nicht nur Theorie bleibt, demonstriert eine Gruppe von Frauen unter der Leitung von Denise Frey-Richert das Klöppelhandwerk – und wer will, darf sich sogar selbst beim «Kreuzen» und «Drehen», den beiden wichtigsten Bewegungen, probieren.

Ein ganz anderes Thema sorgt am Nachmittag für Abwechslung. Um 13.30 Uhr werden Besucher im grossen Saal im Dachgeschoss des Alten Löwen in die Welt von Marc’s K9 Rettungshunde-Staffel eingeführt. Im Anschluss an diesen Vortrag können alle Interessierten das Team der Rettungshunde-Staffel im praktischen Einsatz erleben.

Die Lego-Wunderwelt in Rothrist

Es ist erstaunlich, was mit Lego-­Steinen gebaut werden kann. Ein Bild davon kann man sich in Rothrist machen, denn die neue Sonderausstellung im Heimatmuseum widmet sich den ­dänischen Bausteinen mit den Innenröhren. Die gezeigten ­Objekte stammen von der «Brickerei», die sich als offene Gemeinschaft von Lego-Architekten und -Designern versteht, welche gemeinsame Projekte baut und ausstellt. Objekte von einer fast unglaublichen Perfektion.

Um 14.30 Uhr ist ein Vortrag mit Christian Vellhagen vom Lego-Museum LeBrickGOBasel sowie von Urs Vögeli und Marc Wyss zum Thema Lego geplant. Der Vortrag findet im Mehrzweckraum statt. Kinder können sich in der Spielecke mit Lego-­Steinen austoben.

 

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Lego-Bausteine und die perfekten Objekte, welche sich mit ihnen herstellen lassen, werden in Rothrist gezeigt.

 

Zofinger Museum erinnert an seine Geschichte

Das in den Jahren 1899 bis 1901 erbaute Museum wurde 1901 eröffnet. Aus Anlass seines 120-jährigen Bestehens dokumentiert die historische Abteilung des Museums die eigene Geschichte in einer Sonderausstellung, während die naturhistorische Abteilung alle ihre bisherigen Konservatoren mit Kurzbiografien präsentiert.

Um die Bestimmung des Areals wurde in den Jahren 1860/61 in der Thutstadt noch vehement gestritten, sollte doch dort ursprünglich eine Badeanstalt erbaut werden. Nach langen Hin und Her erhielt die «Buebebadi» ihren Standort schliesslich am Mühlitych/Strengelbacherstrasse. So blieb das gesamte Areal an der nördlichen Ecke der Stadt für die heute noch prägenden Bauten Gemeindeschulhaus (1872), Museum (1901) und Stadtsaal (1938) frei.

Den Bau des markanten ­Gebäudes hat Gustav Rudolf Straehl (1845–1929) mit einer grosszügigen Schenkung ermöglicht. Straehl, der einer traditionsreichen Zofinger Familie entstammte, war als Rotfärber tätig und stellte für den Bau des Museums 150 000 Franken zur Verfügung. Eine gewaltige Summe, die umgerechnet auf heutige Verhältnisse rund acht Millionen Franken entspricht.

Als Ausstellungsobjekte bestimmte Straehl einerseits die Sammlung «Schweizer Tierarten» seines Freundes und Apothekers Dr. Hermann Fischer-­Siegwart, anderseits seine eigene Privatsammlung. Hinzu kamen städtische Altertümer aus Archivalien, Münz-, Glas- und anderen Sammlungen. Seit 1980 präsentiert das Ringier-­Museum in den Räumlichkeiten des Zofinger Museums eine der umfassendsten Sammlungen zur Entwicklung des Druckgewerbes. Ein weiterer bedeutender Schatz ist das rund 1000 Filme umfassende Filmarchiv von Eugen Scholl.

Mit dem Shuttle von ­Museum zu Museum

Am Sonntag, 26. September, haben Besucher von 10 bis 16 Uhr Zeit, die vielen Schätze in den vier Museen zu entdecken. Ein Shuttle-Bus, der auf der Route Aarburg–Rothrist–Zofingen–Oftringen ab 11 Uhr alle 16 Minuten verkehrt, erleichtert die Zirkulation von Museum zu Museum. In den beiden Museen von Oftringen und Rothrist kann man sich auch mit Bratwürsten vom Grill sowie Kaffee und Kuchen verpflegen.

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