Berühmter Grossvater: Warum der neue österreichische Bundeskanzler Schallenberg auch ein bisschen Aarauer ist

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Alexander Schallenberg ist neuer Bundeskanzler Österreichs. Christian Bruna/EPA

Österreich hat einen neuen Bundeskanzler. Einen mit sechs Vornamen (Alexander Georg Nicolas Christoph Wolfgang Tassilo) und dem Nachnamen Schallenberg. Der kommt, natürlich, vom Vater. Seine Mutter Gabrielle hiess ledig aber Schaefer und war die Tochter eines Aarauers: Alfred Schaefer. Der Grossvater des neuen Bundeskanzlers Schallenberg stammte aus einer «mittelständischen Bauunternehmerfamilie», berichtet die «Weltwoche», die ihn als «überzeugten Patrioten» bezeichnet.

Alfred Schaefer-Hunziker wurde 1905 in Aarau geboren. Sein Vater war Baumeister Adolf Schäfer-Brugger. Diesem gehörte die (mittlerweile längst aufgelöste) Aarauer Schäfer & Cie AG, der Sohn war als Verwaltungsrat (später Präsident) jahrelang engagiert.

Alfred Schaefer aufgenommen im August 1965.

Alfred Schaefer aufgenommen im August 1965.

Photopress-Archiv

Hauptberuflich aber fing der promovierte Jurist Alfred Schaefer, der kurz danach Dorrit Hunziker heiratete, 1931 bei der Schweizerischen Bankgesellschaft an und amtete ab 1964 bis 1976 als deren Verwaltungsratspräsident – es war zu jener Zeit die grösste Bank der Schweiz, und Schaefer hatte massgeblich dazu beigetragen. Bekanntlich wurde das Unternehmen später durch die Fusion mit dem Bankverein zur UBS.

In Aarau war Alfred Schaefer bestens bekannt. Die «Basler Zeitung» schilderte in einem Beitrag 2016, wie Schaefer, der Kavallerist, samstags jeweils sein Pferd bestieg und durch die Stadt ritt. Mal auf dem Trottoir, mal auf der Strasse. «Wen immer er antraf, den grüsste er zurück, oft liess er sich auf ein Gespräch ein, manchmal fragte er die Leute vor allem aus.» Besonders, wenn es Angestellte seiner Bank waren. So heisst es weiter in der «Basler Zeitung»: «Wenn er an einem Garten vorbeikam, wo einer von ihnen gerade jätete oder die Rosen schnitt, zügelte Schaefer sein Pferd.» Er habe den Angestellten herangewinkt und ihm, immer vom Sattel aus, zahlreiche Fragen gestellt. «Am Ende der vermeintlich harmlosen Plauderei wusste Schaefer jeweils ganz genau, was in seiner Bank vorging, wo und wer in Aarau versagt, welchen Stadtrat er zusammenzustauchen und welcher Freisinnige wieder falsch gestimmt hatte. Schaefer, der mächtige Banker, Offizier und Chef, war der bestinformierte Angestellte seiner Bank – und der bestinformierte Bürger seiner Stadt. An ihm kam keiner vorbei – weil er selber vorbeikam.»

Alfred Schaefer starb 1986 in Zollikon, ein halbes Jahr nach seiner Frau. Er wurde 81 Jahre alt. Sein Enkel, der heutige Bundeskanzler Alexander Schallenberg, war damals 17.

Alfred Schaefer 1982, vier Jahre vor seinem Tod.

Alfred Schaefer 1982, vier Jahre vor seinem Tod.

Jules Vogt/Comet Photoarchiv
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