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«Ausgrenzung wegen Andersartigkeit»: Xhaka-Aussage von Sascha Ruefer kann als rassistisch eingestuft werden

Die «Wochenzeitung» bezeichnete eine Aussage von Sascha Ruefer als «klar rassistisch». Eine entsprechende Beschwerde wurde nun vom Presserat abgelehnt.

Der Fall sorgte für Aufregung in der Schweizer Sportwelt und Medienszene. In einer Rohschnittfassung von «The Pressure Game», einer Dokumentation über die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft, sagt SRF-Kommentator Sascha Ruefer: «Granit Xhaka ist alles, aber kein Schweizer.» Gemäss dem Schweizer Presserat war es in Ordnung, diese Aussage als rassistisch einzustufen.

Aufgedeckt wurde die Szene von CH Media. Es gebe eine Aussage Ruefers, die als «rassistisch ausgelegt werden könnte», weshalb der Kommentator und das Schweizer Fernsehen damals die Streichung der Szene aus der Dokumentation verlangten. Einen Schritt weiter ging die «Wochenzeitung» (WOZ) mit Autor Renato Beck, der Ruefers Satz als «klar rassistisch» einstufte.

In der Folge lud das SRF diverse Medienschaffende, nicht aber die WOZ, ein, um die ungeschnittene 65-minütige Originalfassung der Aufnahme mit Sascha Ruefer anzuschauen. Die ausgewählten Journalisten haben jedoch einwilligen müssen, den Satz nicht direkt zu zitieren, um die Filmausschnitte im Original sehen zu dürfen. Nach dieser Sichtung berichteten der Tages-Anzeiger und andere Medien, dass bei Ruefers Aussage der Kontext gefehlt habe, und er sich eindeutig darauf bezogen habe, wie Xhaka als Führungsfigur funktioniere.

Der Fall schlug derart hohe Wellen, dass eine nicht genannte Person Beschwerde beim Schweizer Presserat einreichte – die WOZ soll bei Becks Leitartikel die Wahrheitspflicht verletzt haben.

Am Donnerstag gab der Presserat bekannt, dass die Beschwerde abgelehnt wurde. Er schreibt in einer Mitteilung: «Der Presserat kommt zum Schluss, dass die WOZ mit ihrem Beitrag die Wahrheitspflicht nicht verletzt hat, weil die Äusserung als rassistisch eingeschätzt werden kann, wenn auch nicht im strafrechtlichen Sinne, so doch im Sinne von Ausgrenzung wegen einer Andersartigkeit.»

Im gleichen Zug rügte der Presserat die Rolle des Schweizer Fernsehens, die «der Wahrheitsfindung wenig dienstlich war». SRF habe den Zugang zu Informationen auf ausgewählte Journalistinnen und Journalisten beschränkt und ihnen vorgegeben, was sie veröffentlichen dürfen und was nicht. Eine solche Einschränkung sei stossend, insbesonders dann, wenn es sich um das SRF handle, das grossteils durch Gebührengelder finanziert wird.

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