
Krise im Amt für Wirtschaft und Arbeit: Jetzt steht der neue Chef fest
Zweimal hat der Kanton die Leitungsstelle für das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) ausschreiben müssen. Jetzt steht fest, wer den Chefposten übernimmt. Der Regierungsrat hat Ueli Häcki gewählt, wie die Staatskanzlei mitteilt. Am 1. Oktober tritt der 55-Jährige seine neue Stelle an. Zum AWA gehören die regionalen Arbeitsvermittlungen (RAV), die Arbeitslosenkasse, die Arbeitsmarktkontrolle und die Aufsicht über Industrie und Gewerbe.
Das AWA befindet sich in der Krise. Auslöser war ein gescheitertes Projekt, mit dem die Prozesse der Arbeitsvermittlung teilweise zentralisiert werden sollten. Stattdessen brach das Chaos aus. 72 Kündigungen zählt das Amt für das Jahr 2024.
Ende August nahm eine Taskforce ihre Arbeit auf, um wieder eine Vertrauenskultur aufzubauen. Dies sei gelungen,sagte Regierungsrat Dieter Egli (SP) im Februar. Wegen des fehlenden Personals mussten Stellensuchende länger auf einen Beratungstermin beim RAV warten. Die Belastung für das Personal nahm stark zu.
Interimistische Leiterin bleibt bis Ende September
Der 55-jährige Ueli Häcki ist Psychologe und kann ein MAS in Business Excellence sowie ein Executive MBA mit Studienrichtung Public Management vorweisen. Damit verfüge er «beste Voraussetzungen, um das AWA zusammen mit seinen Mitarbeitenden in einem dynamischen Umfeld zu stabilisieren und weiterzuentwickeln», schreibt die Staatskanzlei in ihrer Mitteilung.
Häcki löst Ursula Gehbauer Tichler ab, die das Amt seit Dezember 2024 interimistisch führt. Der vorherige Leiter Daniel Lang hatteseine Stelle vor einem Jahr nach knapp zwei Jahren gekündigt.
Für den 55-jährigen Häcki bedeutet die neue Stelle eine Rückkehr in den Kanton Aargau. Von 2007 bis 2018 war er als einer der RAV-Leiter im AWA tätig. Danach übernahm er im Kanton St. Gallen als Koordinator Regionale RAV die Führung der sechs RAV. Seit 2021 amtet er als Abteilungsleiter bei der Ausgleichskasse/IV-Stelle im Kanton Schwyz.(pz)
Bei den sieben Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) im Aargau waren Ende März insgesamt 58 Personen mehr als im Vormonat als arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote stieg damit um 0,1 Prozentpunkte auf 3,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren 2673 Personen mehr arbeitslos gemeldet, die Quote nahm in diesem Zeitraum um 0,7 Prozentpunkte zu. Ende März waren im Aargau insgesamt 18’761 Stellensuchende registriert, 650 mehr als im Vormonat. nSchweizweit blieb die Arbeitslosenquote gegenüber dem Vormonat unverändert bei 2,9 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr nahm sie um 0,5 Prozentpunkte zu. Die Zahl der bei den Aargauer RAV gemeldeten offenen Stellen verringerte sich im März 2025 gegenüber dem Vormonat um 279 auf 3265 Stellen. (az)