Aargauer Obergericht bestätigt ordentliche Verwahrung

Es bleibt bei einer ordentlichen Verwahrung für den Vierfachmörders von Rupperswil. Das Obergericht des Kantons Aargau hat am Donnerstag sowohl den Antrag der Verteidigung als auch jenen der Anklage abgewiesen.

Wie der Gerichtsvorsitzende in der mündlichen Urteilsbegründung sagte, sind die Voraussetzungen für die Anordnung einer lebenslangen Verwahrung nicht gegeben. Das Gesetz verlange, dass ein Täter von zwei unabhängigen Gutachtern dauerhaft - also bis zum Lebensende - als untherapierbar beurteilt werde. Dies sei beim Täter von Rupperswil nicht der Fall. Eine ordentliche Verwahrung sei angezeigt.

Die Anklage hatte die Anordnung einer lebenslänglichen Verwahrung gefordert. Die Verteidigung verlangte einen Verzicht auf jegliche Verwahrung. Beide drangen beim Gericht nicht durch.

Die Oberrichter hoben auf Antrag der Staatsanwaltschaft die erstinstanzlich angeordnete, ambulante strafvollzugsbegleitende Therapie auf. Wenn schon eine stationäre Massnahme laut den Experten die Rückfallgefahr des Verurteilten kaum deutlich reduziere, sei dies bei einer ambulanten erst recht nicht der Fall, sagte der Gerichtspräsident.

Das Obergericht ordnete jedoch ein lebenslanges Tätigkeitsverbot des pädophilen Vierfachmörders mit Kindern und Jugendlichen an, welches die Staatsanwältin forderte. Schon vor der Verhandlung am Obergericht hatte der Beschuldigte dies anerkannt.

Staatsanwältin zufrieden

Staatsanwältin Barbara Loppacher zeigte sich zufrieden mit dem Urteil des Obergerichtes. Es sei von Anfang an das Ziel der Staatsanwaltschaft gewesen, eine Verwahrung zu erreichen.

"Dies Ziel wurde erreicht. Wir sind sehr zufrieden damit", sagte Loppacher vor den Medien in Aarau. Die ambulante Behandlung sei jetzt auch noch weggefallen. Eine Verwahrung setze voraus, dass es keine Behandlungsmöglichkeit gebe.

Renate Senn, die amtliche Verteidigerin, hielt fest, das Obergericht sei zu einem anderen Schluss gekommen. Es gehe nicht um sie, sondern um ihren Klienten. "Er hatte die Hoffnung, dass das Urteil anders herauskommt."

Ob das Urteil weitergezogen werde, sei noch offen. Man warte das schriftliche Urteil ab. Dann werde ihr Klient entscheiden, ob es einen Weiterzug ans Bundesgericht gebe. Senn sagte, sie gehe davon aus, dass ihr Klient aus den Medien vom Urteil erfahren habe.

Lebenslänglich für mehrfachen Mord

Das Bezirksgericht Lenzburg hatte den heute 35-jährigen Schweizer im März 2018 wegen mehrfachen Mordes und verschiedener anderer schwerer Delikte zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt und eine ordentliche Verwahrung angeordnet. Die Freiheitsstrafe akzeptierte der Mann.

Diese ist bereits rechtskräftig und war nicht mehr Thema am Obergericht. Die Frage der Verwahrung dagegen kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Eine Verwahrung wird anschliessend an die Freiheitsstrafe vollzogen. Sie ist keine Strafe, sondern eine Sicherungsmassnahme zum Schutz der Gesellschaft. Wie eine lebenslängliche kann auch eine ordentliche Verwahrung ein Leben lang gelten, ihre Notwendigkeit wird aber regelmässig überprüft.

Gutachter sehen Therapiefähigkeit

Am Obergericht wurden die beiden psychiatrischen Gutachter nochmals befragt. Beides sind anerkannte Kapazitäten; sie diagnostizierten beim Beschuldigten eine Pädophilie sowie verschiedene Persönlichkeitsstörungen. Der eine hob die narzisstische Störung hervor, der andere die zwanghafte Störung.

Die Gutachter waren sich einig, dass die Störungen behandelbar sind und der Täter auch therapiewillig sei. Es sei eine lange, schwierige Therapie nötig, ein deutlicher Behandlungserfolg dürfte frühestens nach 10 bis 15 Jahren eintreten. Der Beschuldigte sei aber nicht dauerhaft untherapierbar.

Psychiater-Konflikt

Tage vor der Obergerichtsverhandlung war es in den Medien zu einer Dissonanz unter Psychiatern gekommen. Der mit dem Fall nicht befasste, ebenfalls fachlich anerkannte Zürcher Psychiater Frank Urbaniok hatte die beiden Gutachter Josef Sachs und Elmar Habermeyer kritisiert, weil diese den Vierfachmörder als therapierbar eingestuft hatten.

Die diagnostizierten Persönlichkeitsstörungen seien nicht Ursachen der Morde, und wenn man die Ursachen nicht kenne, könne man sie nicht behandeln. Der Täter sei deshalb als untherapierbar zu beurteilen und lebenslänglich zu verwahren.

Diese Kritik wiesen die Gutachter zurück. Urbaniok kenne den Fall nur aus den Medien. Es trügen immer verschiedene Faktoren zu einem Delikt bei. Aus der ganze Palette von Erkenntnissen gelte es, einen Delikthintergrund zu erstellen.

Genau geplante Tat

Am 21. Dezember 2015 hatte sich der damals 32-Jährige mit einem gefälschten Schreiben Einlass in ein Einfamilienhaus in seiner Nachbarschaft in Rupperswil verschafft. Er hatte es vor allem auf den dort lebenden 13-jährigen Jungen abgesehen.

Unter Drohungen mit einem Messer brachte er den Buben, dessen Mutter, den noch schlafenden älteren Bruder und dessen Freundin in seine Gewalt. Er fesselte sie, verklebte ihnen die Münder und nahm ihnen die Handys weg. Die Mutter schickte er zum Geld abheben. Dann verging er sich aufs Schwerste an dem 13-Jährigen.

Anschliessend tötete er alle vier Personen, zündete das Haus an und ging weg. Kurz danach suchte er im Internet nach weiteren Knaben, spähte deren Familien aus und bereitete eine neuerliche Tat vor. Im Mai 2016 wurde der Mann in Aarau verhaftet.

Niederlande

Polizei: Verdächtiger von Utrecht ist festgenommen

18:35
Altersvorsorge

Ständerat stimmt Antrag der Einigungskonferenz zur EL-Reform zu

17:53
Brexit

Votum in London über Brexit-Pakt steht auf der Kippe

17:09
Forschung

ETH Lausanne begeht 50-Jahr-Jubiläum

17:00
Arbeitsunfall

Gleisbaubagger stürzt in Hergiswil den Bahndamm hinunter

16:11
Fernmeldemarkt

Parlament überführt Fernmeldegesetz in die Moderne

15:55
Kommunikationstechnologie

Apple stellt neue iPad-Generation vor

15:44
CH-Kinocharts Wochenende

"Captain Marvel" hält schweizweit die Spitze

15:40
Felssturz

Samnaun mehrere Wochen nur über Österreich erreichbar

14:47
Umwelt

Auf Philippinen verendeter Wal hatte 40 Kilogramm Plastik im Magen

14:38
Unwetter

Mehr als 1000 Tote nach Wirbelsturm in Mosambik befürchtet

13:39
Unwetter

Stadt Beira in Mosambik nach Zyklon zu 90 Prozent beschädigt

13:39
Luftverkehr

Swiss Re gehört zu Versicherern von Boeing und Ethiopian

13:21
Rüstung

Bund privatisiert internationalen Teil der Ruag

13:00
Rüstung

Bundesrat will Ruag International vollständig privatisieren

13:00
Architektur

Von der Natur zur Kultur: Mario Bottas "Sakrale Räume" im Ringturm

12:53
Ski alpin

Shiffrin und Hirscher schwingen auch in Sachen Preisgeld obenaus

12:45
Besuchermagnet

Besucherrekord in Schloss Schönbrunn

12:30
Tierversuche

Volksinitiative gegen Tier- und Menschenversuche stösst auf Kritik

11:44
Tierversuche

Volksinitiative gegen Tier- und Menschenversuche eingereicht

11:44
Niederlande

Anschlag in Tram in Utrecht: Drei Tote und neun Verletzte

11:35
Niederlande

Polizei in Niederlanden fahndet nach 37-jährigem Mann

11:35
Niederlande

Polizei in Utrecht fahndet nach 37-jährigem Mann

11:35
Niederlande

Offenbar "terroristischer" Angriff in Utrecht in den Niederlanden

11:35
Niederlande

Höchste Terrorwarnstufe in der Provinz Utrecht ausgerufen

11:35
Niederlande

Verletzte nach Schüssen in Tram in niederländischer Stadt Utrecht

11:35
Niederlande

Verletzte nach Schiesserei in Utrecht

11:35
Niederlande

Verletzte bei Schiesserei in Utrecht

11:35
Unfall

Fünfjähriger im Glarnerland beim Spielen von Stein erschlagen

11:11
Regierungsrat

SVP Aargau will von Regierungsrätin Roth massive Verbesserungen

10:49
Regierungsrat

Aargauer SVP begrüsst externe Analyse im Gesundheitsdepartement

10:49
Detailhandel

Lidl nimmt Stadtzentren und Bahnhöfe ins Visier

10:39
Kunstausstellung

Videokünstlerin Anna Winteler im Kunsthaus Baselland

10:05
Grossbritannien

Tote und Verletzte bei Massenandrang in nordirischer Diskothek

10:03
Swiss Ice Hockey

Patrick Bloch folgt auf Florian Kohler

09:41
Weltranglisten

Federer büsst einen Platz ein, Bencic zurück in den Top 20

09:20
US-Kinocharts

Superheldin "Captain Marvel" weiter an Spitze der US-Kinocharts

09:05
Banken

LGT Group verdient 2018 mehr - Rückgang der verwalteten Vermögen

08:55
Happy Birthday!

Sänger Peter Kraus feiert 80. Geburtstag - Österreichischer Elvis

08:51
Banken

Julius-Bär-Chef Hodler hat im letzten Jahr 6,16 Millionen verdient

08:51
Finanzdienstleister

Verkauf des Kartengeschäfts beschert SIX Riesengewinn

08:02
Banken

Deutsche Bank und Commerzbank erwägen Fusion

06:57
Schweiz - EU

Nationalrat im Grundsatz für Kohäsionsmilliarde

05:00
Schweiz - EU

Nationalrat entscheidet über Kohäsionsmilliarde für die EU

05:00
Super League

Bundesrätin Amherd verurteilt Pyro-Vorfall in Sitten

04:40
ATP Indian Wells

Roger Federer wurde von Thiem auf der Zielgeraden abgefangen

03:09
Super League

Freundlichkeiten vor der künftigen Rivalität

02:45
Todesfall

Surf-Musik-Legende Dick Dale mit 81 Jahren gestorben

00:54
Frankreich

Kritik an Frankreichs Regierung nach neuen "Gelbwesten"-Krawallen

00:50
Frankreich

Französische Regierung räumt nach Gewalt bei Protesten Fehler ein

00:50
Neuseeland - Terrorismus

Neuseeland verschärft nach Moscheen-Anschlag Waffengesetze

00:41
Neuseeland - Terrorismus

Anwalt: Mutmasslicher Attentäter will sich selbst verteidigen

00:41
Österreich

Österreichs Präsident verlangt von EU mehr Widerstand gegen Trump

00:30
WTA Indian Wells

Das Tenniswunder der Bianca Andreescu

23:36
Frankreich

Skifahrerin stirbt bei Zusammenprall auf französischer Piste

23:30
Venezuela

Venezuelas Staatschef Maduro fordert alle Minister zu Rücktritt auf

23:13
USA

Software-Aktualisierung für Boeing 737 MAX in der Schlussphase

22:50
Autosalon

Besucherrückgang von 9 Prozent am 89. Genfer Autosalon

20:13
Swiss League

La Chaux-de-Fonds im Jubiläumsjahr auf Finalkurs

20:06
Handball

Wacker Thun bezwingt die Kadetten im Cupfinal

19:10
Skispringen

Kobayashi fängt Kraft noch ab

18:59
Reiten

Guerdat Zweiter beim Grand-Slam-GP in 's-Hertogenbosch

18:53