Grand Théâtre de Genève vor der Wiedereröffnung

Nach dreijähriger Bauzeit wird das Grand Théâtre de Genève am Dienstag mit Wagners "Ring des Nibelungen" wiedereröffnet.

In der Portierloge beim Personaleingang siehts noch nach Baustelle aus. Der Portier sitzt an einem schäbigen Tisch, am Boden Stolperkabel von Telefon und PC. Immerhin hat er einen gelben Tulpenstrauss neben sich. Zwei Arbeiter werkeln mit Bohrmaschine und Meterstab am eigentlichen Empfangsdesk. Der Rollladen zum Zusperren sei vergessen gegangen; jetzt muss nachträglich gebastelt werden.

Doch sonst sei alles fristgerecht bereit für den Auftakt mit Wagners "Rheingold", des ersten Teils des Rings, beruhigt der Pressechef Olivier Gurtner. Allerdings begegnen wir beim Gang durchs Haus da und dort vereinzelten Handwerkern, die letzte Retuschen anbringen. Mancherorts riechts nach Leim und frischer Farbe. Staubsauger surren.

Der Lift bringt uns hinauf bis unters Dach. Auch dieses wurde im Hinblick auf die Energieeffizienz total saniert. Zwischen Dach und Zuschauerraum entstanden zudem neue Büros und Sitzungszimmer. Auffallend: die unverputzten Wände gegen das Bühnenhaus. "Zur Orientierung im Labyrinth der Korridore", sagt Gurtner, "und um quasi immer den Kontakt zum Herzen des Theaters, der Bühne, zu spüren".

Grösser und effizienter

Zusätzlich wurden so 200 Quadratmeter Nutzfläche gewonnen, weitere 800 Quadratmeter werden wir später unter Strassenniveau besichtigen, wo sich neben Chorsaal, Musikzimmern und Statistengarderoben auch eine topmoderne Küche und die Kantine befinden - dank Glaseinsätzen im Strassenbelag mit Tageslicht ausgestattet.

Aber noch befinden wir uns über der Decke des Zuschauerraums, einer ansteigenden Rampe, bestückt mit einer Vielzahl von Leuchtkörpern. Diese - heute alle in computergesteuerter LED-Technologie - lassen den galaktischen Sternenhimmel über den Köpfen des Publikums erstrahlen. Eingebaut wurde das Firmament bereits in den 1960er Jahren, als das Grand Théâtre nach dem Brand von 1951 und einem langen Dornröschenschlaf ein erstes Mal saniert wurde.

Damals, dem nüchternen Zeitgeist entsprechend, liess man die originale Pracht des Musentempels, den sich die Genfer vom einheimischen Architekten Jacques-Elysée Goss mit Seitenblick auf das Pariser Palais Garnier an der Place de Neuve bauen liessen (Eröffnung 1879 mit Rossinis "Guillaume Tell") diskret verschwinden: Unter Verschalungen, Spannteppichen und Anstrichen in puritanischen Grau und Ocker "purifiziert", wie man es nannte.

Den komplett ausgebrannten Saal selbst mit seinen fast 1500 Sitzplätzen hatte man in einer etwas forcierten Kino-Ästhetik modernisiert. Ihn hat man im Zustand von 1962 belassen, jedoch mit einer Lüftungsanlage ausgerüstet.

Geradezu archäologischen Spürsinn erforderte dagegen die Wiederherstellung der Repräsentationsräume: der einst ganzvollen Foyers, Atrien und Wandelhallen im Stil des Second Empire. Das beginnt im Erdgeschoss mit der kühl eleganten Eingangshalle. Hier haben die aktuellen Architekten links die Theaterkasse und rechts eine Bar platziert, beide korrespondierend als runde Messingtheken im Art-Déco-Stil.

Architektonische Dramaturgie

Mit Sinn für theatrale Dramaturgie hatte Goss damals die Suite der Räume gestaltet. Mit Respekt und gleichzeitig subtil innovativem Pragmatismus sind die aktuellen Architekten François Dulon und Danilo Ceccarini seinen Vorgaben gefolgt. Etwa beim Einbau von dunklen Holztüren mit modernen Griffleiten in den Arkaden des Atriums. Oder bei der Wiederherstellung der ursprünglichen Kassettendecke, von der man hinter einem Gipsplafond ein einziges intaktes Quadrat entdeckte, aufgrund dessen man alle weiteren nachmodellierte.

Über zwei Treppenhäuser mit perlgrünen Wänden und vergoldeten Pilastern erreicht man das Vorfoyer der Bel-Étage. Auch hier kam die Freilegung des intarsierten Parketts unter dem roten Teppich einer archäologischen Ausgrabung gleich.

Von seinem Originalzustand zeugten nur noch ein Rudiment und ein paar Schwarz-Weiss-Fotografien. Klugerweise haben die jetzigen Restauratoren vielerorts winzige Spuren, Überbleibsel, Indizien des früheren Zustands belassen, um uns und nächsten Generationen den Zeitwandel erahnen zu lassen.

Und schliesslich steht man überwältigt im grossen Foyer: Gold, Stuck, echter und falscher Marmor, Spiegel, Lüster, Cheminées an den Stirnseiten. Darüber das restaurierte Deckenfresko, das die dargestellten Szenen, die heitere und die tragische Muse, wieder in satten Farben erkennen lässt.

Im linksseitigen sogenannten Foyer Rath weist Gurtner auf ein Eckmedaillon im Deckenspickel, wo sich die Initialen VG ornamental verschlingen. VG – Ville de Genève! Sie hat sich die Renovation rund 70 Millionen Franken kosten lassen. Und besitzt nun dafür das prächtigste imperiale Theater in der republikanischen Schweiz.

Verfasser: Bruno Rauch, ch-intercultur

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