Weichere Nahrung ermöglichte Sprachlaute wie "F"

Mit Beginn der Landwirtschaft in der Jungsteinzeit haben sich weichere Nahrung und neue Verarbeitungsmethoden durchgesetzt. Das hatte Folgen für das Gebiss der menschlichen Vorfahren und ebnete den Weg für Sprachlaute wie "F" und "V", wie Zürcher Forscher berichten.

Lange war das Gebiss auch Werkzeug für dir früheren Menschen: Zähes Fleisch und hartes Pflanzenmaterial mussten sie mühsam mit den Zähnen zerkleinern. So entwickelten früher Menschen im Erwachsenenalter einen sogenannten "Kopfbiss", bei dem die oberen und unteren Schneidezähne Kante auf Kante zu liegen kommen.

Erst mit Aufkommen der Landwirtschaft und neuer Verarbeitungsmethoden wie Mahl- und Kochtechniken verbreiteten sich weichere Nahrungsmittel. Und ermöglichten, dass der leichte Überbiss, bei dem die oberen Zähne etwas über die unteren hinausragen, vom Kindes- ins Erwachsenenalter überdauerte.

Dies war eine wichtige Voraussetzung, dass sich bestimmte Sprachlaute wie "F" und "V" etablieren konnten, wie Forschende um Damián Blasi, Steven Moran und Balthasar Bickel von der Universität Zürich im Fachblatt "Science" berichten.

Diese sogenannten "Labiodentalen", bei denen Unterlippe und obere Schneidezähne in Kontakt kommen, kommen in der Hälfte aller Sprachen weltweit vor, schreiben die Wissenschaftler im Fachartikel. Dass die Ernährung indirekt über die Gebissstellung eine wichtige Rolle für die Entstehung dieser Laute spielen könnte, hatte auch der Linguist Charles Hockett bereits 1985 vorgeschlagen, wie die Uni Zürich in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Nun erbringen die Zürcher Forschenden mit Kollegen aus Deutschland, Frankreich und Singapur den Nachweis.

Weniger Muskelkraft nötig

Zum einen erleichtert ein leichter Überbiss im Vergleich zum Kopfbiss, diese Laute zu produzieren: Mit Überbiss brauchen diese Laute 30 Prozent weniger Muskelkraft, wie Bickel und Kollegen mithilfe biomechanischer Computersimulationen zeigten. Zudem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, diese Laute zufällig zu erzeugen, während man andere Laute artikuliert.

Ausserdem analysierten die Wissenschaftler den indogermanischen Sprachraum im Detail, der von Island bis Indien reicht: "Wir haben sehr genaue Daten, welche Zubereitungstechniken und Ernährungsgewohnheiten sich wann und wo entwickelt haben", erklärte Bickel im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Daraus leiteten die Forschenden Vorhersagen ab, wann die Labiodentalen in welchen Sprachen aufgekommen sein könnten.

Parallel dazu nutzten die Wissenschaftler Kenntnisse über die Verwandtschaftsverhältnisse der Sprachen, um eine Art Stammbaum der Laut-Entwicklung in den indo-germanischen Sprachen zu erstellen. "Wir hatten gute Kalibrierungspunkte dank historischer Dokumente, in denen Grammatiker die Aussprache festhielten", so Bickel. Als Beispiel nennt er 2500 Jahre alte Aufzeichnungen über die Aussprache im Sanskrit.

Auf diese Weise konnten die Forschenden modellieren, wann sich Laute wie "F" in den einzelnen Sprachen durchsetzten. Die Vorhersagen über die Ernährung und der modellierte Stammbaum über die Aussprache lieferten dabei eine sehr gute Übereinstimmung und damit einen Hinweis auf die Rolle der Ernährung auf die Lautentwicklung.

"Besonders in Europa finden wir in den letzten zwei Jahrtausenden einen drastischen Anstieg an Labiodentalen, die auf die zunehmende Verbreitung verarbeiteter, weicherer Nahrung zurückgeht und durch die Einführung industrieller Mahlverfahren zusätzlich vorangetrieben wurde", fasst Moran die Ergebnisse gemäss der Mitteilung zusammen.

Nur ein Faktor von vielen

Natürlich sei die Gebissstellung nur einer von vielen Faktoren, die die Aussprache prägen, und dass ein Laut leichter zu produzieren ist, heisst noch nicht, dass er sich etabliert, betont Bickel. Ob sich ein Laut durchsetzt, hänge beispielsweise auch vom Prestige des Sprechenden und Nachahmung durch andere ab, sowie davon, wie konservativ eine Gesellschaft ist.

Die in der Studie etablierte Methodik fügt aber einen neuen Blickwinkel zur Sprachforschung hinzu: "Sprache wird traditionell den Geisteswissenschaften zugeordnet, weit entfernt von der Biologie", sagt Bickel. Er hoffe, dass die Studie Signalwirkung habe, Sprache auch als biologisches Fakt zu betrachten und die Fachgebietsgrenzen in der Erforschung der Evolution der Sprachen aufzuweichen.

Zudem könnte die Methodik spannende neue Einblicke in vergangene Kulturen geben, zum Beispiel ob unterschiedliche Ernährung in verschiedener Schichten zur Römerzeit oder im historischen Indien mitbestimmt haben, wann sich die Labiodentalen in diesen Schichten etablierten.

Für die Entwicklung der Lautvielfalt in Dialekten wie in der Schweiz habe die Ernährung und Gebissstellung eher keinen Einfluss gehabt, sagte Bickel. Hierzulande entwickelten sich die Eigenheiten der verschiedener Dialekte auf kleinem Raum mit sehr ähnlicher Ernährung der verschiedenen Gruppen. Allerdings gehören gerade Milchprodukte wie Käse zu den weichen Nahrungsmitteln, welche den Erhalt des Überbisses und damit Laute wie "F" ermöglicht haben.

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