Deutsche Bank und Commerzbank beerdigen Fusionspläne

Am Ende überwog die Skepsis: Deutsche Bank und Commerzbank haben eine mögliche Fusion abgesagt. "Es war sinnvoll, diese Option einer innerdeutschen Konsolidierung zu prüfen", erklärten die beiden Konzerne am Donnerstag in gleichlautenden Mitteilungen.

Nach "gründlicher Analyse" in den knapp sechswöchigen Gesprächen seien die Vorstände jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss "keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde".

Die beiden Konzernchefs Christian Sewing (Deutsche Bank) und Martin Zielke (Commerzbank) begründeten die Entscheidung mit "Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch grossen Integration" einhergegangen wären.

Kritiker einer Fusion hatten von Anfang an vor allem einen gewaltigen Stellenabbau und mögliche Filialschliessungen als Argumente gegen die Banken-Hochzeit ins Feld geführt. 30 000 Jobs hätte ein solcher Zusammenschluss gekostet - so die Befürchtung der Gewerkschaft Verdi. Zudem haben beide Institute zehn Jahre nach der Finanzkrise noch grosse Baustellen, etwa in der IT oder bei juristischen Altlasten.

Deutsche Bank mit drei Verlustjahren in Folge

Die Deutsche Bank müht sich seit Jahren, an frühere Milliardengewinne anzuknüpfen und schaffte 2018 nach drei Verlustjahren in Folge gerade so die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Skandale und Prozesse verschlangen über Jahre Milliarden, der Aktienkurs ist im Keller.

Immerhin: Das erste Quartal 2019 verlief für die Deutsche Bank nicht so schlecht wie von Marktbeobachtern befürchtet. Der Gewinn nach Steuern belaufe sich voraussichtlich auf rund 200 Millionen Euro, erklärte der Dax-Konzern am Donnerstag. Dabei federte die Bank einen Einbruch ihrer Einnahmen durch Einsparungen ab. Ein Jahr zuvor hatte die Bank 120 Millionen Euro verdient. Analysten hatten im Schnitt für das erste Quartal 2019 einen Rückgang auf 55 Millionen Euro erwartet.

Sewing zog eine zuversichtliche Zwischenbilanz: Schon jetzt ergebe sich "ein Gesamtbild, das viele nach dem schwachen Jahresstart nicht für möglich gehalten hätten." Die Marktbedingungen hätten sich "gegen Ende des Quartals spürbar verbessert". Den detaillierten Bericht zu den ersten drei Monaten 2019 veröffentlicht die Deutsche Bank an diesem Freitag (26.4.).

Commerzbank nur in zweiter Börsenliga

Die Commerzbank stieg im vergangenen Herbst in die zweite Börsenliga ab und ist ebenfalls seit Jahren im Umbruch. Bei der Bilanzvorlage musste der Vorstand einräumen, dass das zehn Jahre nach der Finanzkrise noch immer teilverstaatlichte Institut bei der Senkung seiner Kosten noch nicht am Ziel ist. Zudem zeichnet sich ab, dass die Bank entgegen der Planung auch 2020 noch wesentlich mehr Geld für einen Euro Gewinn aufwenden muss als mancher Konkurrent - etwa die bei Privatkunden in Deutschland äusserst erfolgreiche Direktbank ING.

Aufseher mahnten Deutsche Bank und Commerzbank nach dem Aus der Fusionsgespräche zu einer Fortsetzung ihres Umbaukurses. "Wir gehen davon aus, dass beide Banken ihre bereits eingeschlagenen Restrukturierungsanstrengungen, die erste positive Ergebnisse zeigen, konsequent weiterverfolgen", liess der für Banken- und Finanzaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling mitteilen. Aktuell erfüllten beide Institute "die aufsichtlichen Anforderungen an eine solide und stabile Bank. Das galt vor und während der Gespräche und ist auch jetzt uneingeschränkt der Fall", betonte Wuermeling.

Konkurrenzfähige Kreditinstitute nötig

Führende Politiker wünschen sich schon lange einen "nationalen Champion" auf dem deutschen Bankenmarkt - ein international wettbewerbsfähiges Institut, das mit den grossen Banken aus den USA und China dauerhaft mithalten kann. "Die global agierende deutsche Industrie braucht konkurrenzfähige Kreditinstitute, die sie in aller Welt begleiten können", bekräftigte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag. Engere Kooperationen machten aber nur Sinn, "wenn sie sich betriebswirtschaftlich rechnen und auf ein belastbares Geschäftsmodell zusteuern", sagte der Minister.

Seit dem vergangenen Sommer werben Scholz und sein Staatssekretär, der ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies, für starke deutsche Banken. Bei der Commerzbank hat der Bund Mitspracherecht: Nach einer Rettungsaktion mit Steuermilliarden in der Finanzkrise ist der Staat mit gut 15 Prozent grösster Anteilseigner des Instituts. Kukies traf sich in den vergangenen Monaten zudem mehrmals mit führenden Vertretern der Deutschen Bank. Dass die am 17. März öffentlich gemachten Fusionsgespräche auf politischen Druck hin zustande kamen, bestritten die Institute jedoch.

Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Hans-Walter Peters, nannte die Entscheidung zur Beendigung der Fusionsgespräche nachvollziehbar: "Die deutsche Wirtschaft ist stark genug, um mehreren Grossbanken Platz zu bieten. Eine Fusion wäre in der momentanen Situation ökonomisch nicht sinnvoll."

An der Börse kam das Aus für die Banken-Hochzeit unterschiedlich an: Die Papiere der Deutschen Bank lagen am Donnerstagmittag mit einem kräftigen Plus von um die vier Prozent an der Dax-Spitze, die Aktien der Commerzbank fielen im MDax um mehr als 2 Prozent und bauten damit die Verluste der Vortage aus.

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