Gehörloser Lee bezwingt Laaksonen - auch Golubic verliert

Henri Laaksonen (ATP 120) scheitert in Winston-Salem in der 1. Runde. Auch Viktorija Golubic (WTA 73) verlor beim Turnier in der New Yorker Bronx gleich zum Auftakt.

Laaksonen unterlag dem Südkoreaner Lee Duck-Hee (ATP 212) 6:7 (4:7), 1:6. Es war für den 27-jährigen Schaffhauser, der im ersten Satz eine 4:1-Führung aus der Hand gegeben hatte, keine gewöhnliche Niederlage. Der 21-jährige Lee kam gehörlos auf die Welt und bestritt sein erstes Spiel überhaupt im Hauptfeld eines ATP-Turniers.

Die Leute hätten sich über ihn lustig gemacht und gesagt, dass er nicht Tennis spielen solle, sagte Lee. Seine Motivation bestehe darin, "mein Leben zu geniessen, indem ich die Behinderung überwinde. Wenn man wirklich will, kann man alles erreichen." Dennoch ist es erstaunlich, was Lee geschafft hat. Im Tennis kommt der Fähigkeit zu hören eine grosse Bedeutung zu. Der Südkoreaner gleicht das Manko damit aus, in dem er den Fokus auf den Schwung des Gegners legt und dadurch die Geschwindigkeit sowie den Spin des Balles zu erahnen versucht.

Lee verwendet keine Gebärdensprache, sondern liest Lippen und stützt sich auf Handbewegungen der Schiedsrichter. Da er die Ankündigungen des Scores nicht hört, muss er insbesondere bei kleineren Turnieren ohne Anzeigetafeln am Spielfeldrand Punkte und Games im Kopf behalten. Gegen Laaksonen wollte er einmal nochmals aufschlagen, obwohl er das Game schon für sich entschieden hatte. "Ich glaube, der Schiedsrichter hat vergessen, das Signal zu geben", so Lee, der schon dreimal an einem Challenger-Turnier im Final gestanden hat.

Nun sorgte er erstmals auch auf der höchsten Stufe für Furore. Nächste Gegner in Winston-Salem ist der als als Nummer 3 gesetzte Pole Hubert Hurkacz (ATP 41).

Golubic chancenlos

Ein Spiel zum Vergessen erlebte Golubic gegen die in der Weltrangliste eine Position besser klassierte Französin Fiona Ferro. Die 26-jährige Zürcherin, die als Lucky Loserin ins Hauptfeld gerückt war, gewann bloss ein Game und verlor nach 62 Minuten 0:6, 1:6. Beim ersten Duell gegen Ferro im vergangenen Oktober in Linz hatte Golubic noch gut mitgehalten (4:6, 6:3, 3:6).

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