Elfenbeinhandel bleibt verboten - Giraffen werden besser geschützt

Der seit fast 30 Jahren strikt verbotene Handel mit Elfenbein wird vorerst nicht aufgeweicht. Das beschloss die Artenschutzkonferenz am Donnerstag in Genf.

Sie lehnte mit grosser Mehrheit Anträge von Ländern aus dem südlichen Afrika ab, die Elfenbein aus den Stosszähnen der Elefanten wieder zu Geld machen wollten. Alle Beschlüsse müssen zum Ende der Konferenz kommende Woche im Plenum noch bestätigt werden.

"Das waren sensationelle Ergebnisse in Serie", sagte Daniela Freyer, Mitgründerin der Tierschutzorganisation Pro Wildlife. "Deutlicher hätte die Absage an den Elfenbeinhandel und die Lockerung des Elefantenschutzes nicht ausfallen können."

"Für den Kampf gegen die Wilderei ist es wichtig, dass es auch weiterhin keinen internationalen legalen Markt gibt, über den gewildertes Elfenbein "rein gewaschen" werden kann", erklärte die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze.

Die Vertreter der 183 Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (Cites) beschlossen auch, die Giraffe besser zu schützen. Der internationale Handel mit Fleisch, Leder und Jagdtrophäen oder die Verschiffung der Tiere an Zoos und Zirkusse soll künftig nur noch dann möglich sein, wenn das Exportland nachweist, dass die Bestände dadurch nicht weiter gefährdet werden.

Die Giraffenbestände sind nach Schätzungen in den vergangenen 30 Jahren um bis zu 40 Prozent auf rund 100'000 Tiere zurückgegangen. "Ein wichtiger Schritt", sagte Ralf Sonntag vom International Fund for Animal Welfare (IFAW) in Genf. "Die Giraffen sind stark gefährdet. Wenn ein Bedrohungsaspekt wie der Handel wegfällt, besteht die Chance, dass die Giraffenpopulationen sich erholen."

Vor allem Länder im südlichen Afrika protestierten gegen die Beschlüsse. Bei Elefanten und Giraffen argumentierten Sambia, Botsuana, Namibia und Simbabwe, ihre Bestände seien stabil oder würden grösser, dank erfolgreicher Schutzmassnahmen. Probleme gebe es nur in Ländern weiter nördlich.

Die Bevölkerung müsse in der Lage sein, von dem Wild kommerziell zu profitieren. Der Vertreter Sambias warnte, die Bevölkerung könne bei anhaltenden oder neuen Restriktionen das Interesse am Wildschutz verlieren. Das könne die Wilderei verschlimmern und das Überleben der Arten gefährden. "Wir können keine guten Zoos sein, wenn die Zoowärter nicht bezahlt werden", sagte der Vertreter Botsuanas.

Elefantenspezialistin Susan Lieberman von der Organisation Wildlife Conservation Society bescheinigt den Ländern im südlichen Afrika gutes Wildmanagement. "Wenn alle afrikanischen Elefanten im südlichen Afrika lebten, hätten wir kein Problem", sagte sie in Genf. "Leider ist das aber nicht der Fall."

Deshalb seien auch die 32 weiter nördlich liegenden Länder der Afrikanischen Elefanten-Koalition gegen den Handel. "Die 32 Länder der Koalition sagen: Wir haben vielleicht eine Chance, unsere Elefanten zu retten, aber nur, wenn der Elfenbeinhandel strikt verboten bleibt."

Tierschützer fürchten, dass Wilderer Lizenzen für Elfenbein fälschen oder sich durch Bestechung besorgen und ihr Material so als legale Ware ausgeben könnten. Wenn Handel erlaubt sei, werde es für Zöllner schwierig, illegales Material zu erkennen.

"Und das Signal an Konsumenten wäre fatal: Wenn Elfenbein wieder legal zu kaufen wäre, würde die Nachfrage steigen", sagt Arnulf Köhncke von der Umweltstiftung WWF.

Afrikanische Elefanten sind die grössten Säugetiere an Land. Nach Schätzungen der Weltnaturschutzunion (IUCN) gab es 1980 rund 1,3 Millionen Afrikanische Elefanten. In den systematisch untersuchten Gebieten betrug ihre Zahl 2015 noch 415'000 - plus/minus 20'000, so die IUCN.

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