Sechs Tote nach Schüssen in Uni-Klinik in Tschechien

Nach Schüssen in einem Krankenhaus im tschechischen Ostrava hat es sechs Tote gegeben. Das bestätigte Ministerpräsident Andrej Babis am Dienstag im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT. Er sprach von einer "grossen Tragödie".

Der mutmassliche Schütze habe in einem Warteraum der Universitätsklinik das Feuer auf Patienten eröffnet und "aus nächster Nähe auf den Kopf oder Hals" seiner Opfer gezielt, sagte Babis.

Der Todesschütze ist nach ersten Informationen auf der Flucht. "Wir wissen nicht, was die Motive dieses Menschen waren", sagte Babis, weiter. Er gehe davon aus, dass es die Tat eines möglicherweise psychisch kranken Einzeltäters gewesen sei und keine allgemeine Bedrohungslage in Tschechien vorliege. Nach Angaben der Klinik handelt es sich bei den Opfern um Patienten der Erstversorgungsambulanz der Traumatologie.

Die Polizei sei mit zahlreichen Beamten und einem Sondereinsatzkommando vor Ort, hiess es aus dem Innenministerium in Prag. Auch ein Hubschrauber sei im Einsatz.

Der Todesschütze soll nach Angaben der Polizei eine schwarze Jacke tragen und rund 1,80 Meter gross sein. Die Universitätsklinik in der mährisch-schlesischen Industriestadt Ostrava hat rund 1200 Betten.

Mitarbeiter der Klinik wurden angewiesen, ihre Abteilungen nicht zu verlassen. "Wir sind alle nervös", sagte eine Medizinerin der Agentur CTK. Das Krankenhaus war geschlossen, es wurden keine neuen Patienten aufgenommen. Die Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien setzte einen Krisenstab ein.

Ostrava ist mit rund 290'000 Einwohnern die drittgrösste Stadt Tschechiens und Verwaltungszentrum der mährisch-schlesischen Region. Die Stadt liegt an der Nordostgrenze Tschechiens, zehn Kilometer südwestlich von Polen und 50 Kilometer nordwestlich der Grenze zur Slowakei.