Klimaverhandlungen bis Sonntagmorgen - Kritik an Konferenzleitung

Die Verhandlungen bei der Weltklimakonferenz ziehen sich bis in den Sonntagmorgen. Konferenzleiterin Carolina Schmidt kündigte um Mitternacht im Plenum neue, aus ihrer Sicht verbesserte Texte an.

Eigentlich hätte die Konferenz am Freitagabend enden sollen, aber die Staaten lagen in ihren Positionen zuletzt noch weit auseinander. "Ich weiss, dass wir sehr müde sind. Ich weiss, dass die meisten von Ihnen nicht geschlafen haben", sagte Schmidt, die Umweltministerin in Chile ist, den Vertretern aus knapp 200 Ländern. Sie wolle weitermachen, bis eine ehrgeizige Einigung geschafft sei. "Es ist hart. Es ist schwierig, aber es ist es wert", sagte sie.

Ein Vertreter Papua-Neuguineas äusserte offen Kritik an der Organisation der Verhandlungen. In den sechs Stunden zuvor seien 90 Prozent der Teilnehmer nicht aktiv in den Prozess eingebunden gewesen. "Das wird nicht zu einer Einigung führen." Es gehe um ein weltweites Problem, das eine weltweite Lösung brauche. "Und jedes hier vertretene Land hier muss spüren, dass sie etwas dazu beitragen können." Dafür gab es Applaus.

Ehrgeizige Pläne zum Klimaschutz

Schmidt stimmte zu, dass Transparenz und Beteiligung wichtig seien. In den Verhandlungen werden immer wieder kleinere Arbeitsgruppen gebildet.

In Madrid wird seit zwei Wochen vor allem über drei Themen verhandelt: Regeln für den internationalen Handel mit Klimaschutz- Gutschriften, finanzielle Unterstützung der reicheren Industriestaaten für die ärmeren Länder und die Aufforderung, im kommenden Jahr ehrgeizigere nationale Pläne für den Klimaschutz vorzulegen. Viele Umwelt- und Hilfsorganisationen haben die Konferenz schon abgeschrieben - was hier geschehe, werde der beim Klimaschutz gebotenen Eile nicht gerecht, kritisieren sie.