Hochrechnung: 65 Prozent Nein zu höheren Kinderabzügen

Eltern können für ihre Kinder bei der direkten Bundessteuer keine höheren Abzüge geltend machen. Gemäss der Hochrechnung von gfs.bern im Auftrag der SRG haben die Stimmenden wuchtig Nein gesagt, nämlich mit 65 Prozent der Stimmen.

Der Fehlerbereich liegt bei plus/minus 3 Prozentpunkten. Die deutliche Ablehnung überrascht, denn Umfragen hatten ein knapperes Ergebnis erwarten lassen.

In der Befragung im Auftrag der SRG hatten Mitte September 43 Prozent angegeben, ein Ja einlegen zu wollen, und 51 Prozent lehnten die Vorlage ab. In der Tamedia-Umfrage hingegen äusserten sich 52 Prozent gegen die Vorlage und 43 Prozent dafür.

In früheren Umfragen hatten die höheren Kinderabzüge noch relative Ja-Mehrheiten verzeichnet. Allerdings waren damals noch nicht bei allen Befragten die Meinungen gemacht.

Niederlage für Bürgerliche

Eltern können nach dem Verdikt des Stimmvolks bei der Bundessteuer keine höheren Kinderabzüge geltend machen als heute. Bis zu 25'000 Franken statt maximal 10'100 Franken hätten für von Dritten betreute Kinder möglich sein sollen.

Der allgemeine Abzug pro Kind bleibt bei 6500 Franken und wird nicht auf 10'000 Franken erhöht. Diesen Teil der Vorlage hatte das Parlament eingefügt, gegen den Willen des Bundesrats und um Familien generell zu entlasten. Die Bürgerlichen setzten sich gegen die Linke durch, haben nun aber vor dem Volk verloren.

Teure Ergänzung

Der Bundesrat schätzte vor der Abstimmung, dass die neuen Abzüge zu Steuerausfällen von zusammen 380 Millionen Franken führen. 370 Millionen Franken fallen wegen der höheren allgemeinen Kinderabzüge weg.

Die ursprüngliche Vorlage des Bundesrats, die Erhöhung des Abzugs für Kinderdrittbetreuungskosten, hätte Ausfälle von lediglich 10 Millionen Franken verursacht. Der Bundesrat hatte damit erreichen wollen, dass mehr Frauen einer Erwerbsarbeit nachgehen.

Wirtschaft gespalten

Abgestimmt wurde, weil die SP das Referendum ergriffen hatte. Der höhere allgemeine Abzug nütze Topverdienern am meisten, die etwa 6 Prozent der Haushalte ausmachten, begründete sie dies. Von den grossen Parteien unterstützten Grüne und GLP das Referendum.

in Wirtschaftskreisen war das Anliegen umstritten. Stimmfreigabe beschlossen hatten der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse und der Arbeitgeberverband. Der Gewerbeverband und die Wirtschaftsfrauen Schweiz hatten ein Ja empfohlen, der Gewerkschaftsbund ein Nein.

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