Premiere für Lausanne - Nättinen und Fehr treffen viermal

Lausanne steht erstmals in dieser Saison und zum ersten Mal nach vier Jahren an der Tabellenspitze. Die Waadtländer überholen (dank zwei Mehrspielen) mit dem 2:1 nach Overtime gegen Lugano den EV Zug.

Der Lausanne Hockey Club ist nach dem HC Lugano, dem EV Zug und den ZSC Lions bereits das vierte Team an der Ranglistenspitze der National League in der laufenden Meisterschaft.

Noch vor fünf Tagen führten dLions die Tabelle an. Seither erlebte der ZSC indes ein mittleres Waterloo: Die brisanten Z-Derbys gegen Zug gingen 3:6 und 2:8 verloren. Und in Ambri kassierten die Lions eine 2:5-Niederlage - nach einer 1:0-Führung bis zur 28. Minute und anschliessend vier Gegentoren innerhalb von weniger als neun Minuten.

Julius Nättinen schoss die ZSC Lions ab. Der 23-jährige Finne aus Jyväskylä kann, wenn er so weitermacht, tatsächlich Ambris "neuer Dominik Kubalik" werden. Nättinen erzielte bislang in jedem seiner sechs Spiele für Ambri mindestens ein Tor und gegen die ZSC Lions sogar vier (!).

Nur vier Partien wurden gespielt. Servette besiegte Bern dank vier Treffern von Eric Fehr mit 5:3. Lediglich in Ambri waren mehr als 1000 Zuschauer zugelassen und kamen 1303.

Mit Hoffen und Bangen blicken die Eishockeyvereine nun nach Bern, wo der Bundesrat am Mittwoch neue Verfügungen bekannt gibt. Es wurde viel lobbiert in den letzten Tagen - nicht nur mit dem Offenen Brief der Klubpräsidenten.

Aus dem Verwaltungsrat des EHC Biel verlautete, jedes Heimspiel ohne Zuschauer koste den EHCB 400'000 Franken. Drei Heimspiele hätte Biel diese Woche bestreiten sollen. Aber es findet kein einziges statt - und daran trägt nicht die Politik die Schuld. Der EHC Biel befindet sich bis am 6. November nach Fribourg-Gottéron und Lugano als drittes Team der National League in Quarantäne. Ein Spieler wurde positiv getestet; das gesamte Team plus Trainer-Staff musste in Quarantäne. Diesmal hat Biel also weniger Glück mit dem Kantonsarzt als noch vor zehn Tagen, als Tino Kessler ebenfalls einen positiven Befund erhielt, die Bieler aber weiterspielen durften.

Aus der Quarantäne zurück ist Fribourg-Gottéron. Die Freiburger gewannen das erste Spiel seit 17 Tagen (!) gegen die SCL Tigers mit 4:3 nach Verlängerung.

Servette stoppt Bern

Nach drei Siegen hintereinander wurden der SC Bern und Goalie Tomi Karhunen in Genf gestoppt. Der 35-jährige Kanadier Eric Fehr entpuppte sich beim 5:3-Heimsieg von Servette mit vier Treffern als die grosse Figur.

Fehr erzielte nach zwölf Minuten in Überzahl zuerst das 1:0 - und bezwang Karhunen nach 138 Minuten ohne Gegentreffer erstmals wieder. Im zweiten Abschnitt erhöhte Fehr mittels Ablenker schon nach 13 Sekunden auf 2:0.

Damit war die Show des Eric Fehr aber noch lange nicht zu Ende. In der 56. Minute stellte Fehr mit einem Doppelschlag innerhalb von 40 Sekunden vom 3:1 zum 5:1 Servettes Sieg endgültig sicher. Erstmals gelangen ihm vier Tore in einem Spiel auf Schweizer Eis. Fehr verbuchte in Genfs ersten sechs Meisterschaftspartien schon zehn Punkte und sieben Treffer.

Das Duell zwischen den formstarken schwedischen Skorern ging klar an Servettes Linus Omark (2 Assists). Berns Ted Brithén punktete diesmal nicht, stand dafür aber bei mehreren Gegentoren auf dem Eis.

Lausannes fünfter Streich

Lausanne feierte mit 2:1 nach Verlängerung gegen Lugano den fünften Sieg hintereinander (inklusive Cup). Erstmals seit dem 30. September 2016 stehen die ambitionierten Waadtländer wieder auf Platz 1 in der National League.

Den Sieg über Lugano musste sich Lausanne erdauern. Die beiden Torhüter Tobias Stephan (35 Paraden) und Niklas Schlegel (34 Paraden) lieferten sich ein Duell auf höchstem Niveau. Nur Daniel Carr (Lugano) und Charles Hudon (Lausanne) vermochten die beiden Keeper in der regulären Spielzeit zu überwinden.

Auch das Siegestor in der Verlängerung ging auf das Konto eines Kanadiers: Josh Jooris entwischte Luganos Abwehr und liess Schlegel keine Abwehrchance.

Getrübt wurde Lausannes Freude über den vierten Sieg im vierten Heimspiel und die Tabellenführung durch den Ausfall von Charles Hudon. Nach 55 Minuten schied der neuverpflichtete Kanadier verletzt aus.

Langnau wartet weiter auf "Dreier"

Die SCL Tigers warten weiter auf den ersten Sieg in der regulären Spielzeit. Gegen Fribourg-Gottéron fehlten den Langnauern 90 Sekunden zum ersten "Dreier".

Den Emmentalern blieb in der leeren Ilfishalle am Ende nur Frust und Ärger. Die SCL Tigers spielten stark gegen einen Gegner, dem die soeben beendete zehntägige Quarantäne gut anzumerken war. Sie dominierten die Partie - und verloren dennoch. Weil Goalie Reto Berra (37 Paraden) besser spielte als sein Gegenüber Ivars Punnenovs (27 Paraden), und weil die Langnauer sich zu viele Fehler leisteten.

Die SCL Tigers machten im Schlussabschnitt aus einem 1:2 ein 3:2, kassierten aber 110 Sekunden vor Schluss eine Zweiminutenstrafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis und 20 Sekunden später bei vier gegen sechs Feldspieler den 3:3-Ausgleich (durch Yannick Herren). In der Verlängerung schoss Ryan Gunderson die Freiburger schon nach 54 Sekunden zum Sieg.

Telegramme:

Genève-Servette - Bern 5:3 (1:0, 2:0, 2:3)

1000 Zuschauer. - SR Stricker/Stolc, Stuber/Steenstra. - Tore: 12. Fehr (Omark, Winnik/Powerplaytor) 1:0. 21. (20:13) Fehr (Tömmernes) 2:0. 36. Damien Riat (Omark) 3:0. 52. Berger (Jeremi Gerber, Heim) 3:1. 56. (55:14) Fehr (Winnik, Damien Riat/Powerplaytor) 4:1. 56. (55:54) Fehr 5:1. 57. (56:05) Andersson (Jeffrey, Beat Gerber) 5:2. 59. Jeffrey (Scherwey) 5:3. - Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Genève-Servette, 4mal 2 plus 5 Minuten (Henauer) plus Spieldauer (Henauer) gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Omark; Brithén.

Genève-Servette: Descloux; Jacquemet, Tömmernes; Karrer, Maurer; Völlmin, Le Coultre; Mercier; Patry, Fehr, Winnik; Damien Riat, Vermin, Omark; Moy, Richard, Rod; Arnaud Riat, Berthon, Smirnovs; Vouillamoz.

Bern: Karhunen; Untersander, Henauer; Andersson, Beat Gerber; Thiry, Colin Gerber; Burren; Scherwey, Jeffrey, Pestoni; Praplan, Brithén, Moser; Sciaroni, Neuenschwander, Ruefenacht; Berger, Heim, Jeremi Gerber; Bader.

Bemerkungen: Genève-Servette ohne Miranda (verletzt), Bern ohne Blum (verletzt) und Haas (krank). Bern von 58:38 bis 59:38 ohne Torhüter.

Lausanne - Lugano 2:1 (0:1, 1:0, 0:0, 1:0) n.V.

1000 Zuschauer. - SR Tscherrig/Fluri, Gnemmi/Burgy. - Tore: 3. Carr 0:1. 26. Hudon (Malgin) 1:1. 63. Jooris (Malgin) 2:1. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Lausanne, 5mal 2 Minuten gegen Lugano. - PostFinance-Topskorer: Kenins; Arcobello.

Lausanne: Stephan; Genazzi, Barberio; Heldner, Frick; Grossmann, Marti; Krueger, Benjamin Antonietti; Bertschy, Jooris, Kenins; Conacher, Malgin, Hudon; Gibbons, Maillard, Almond; Bozon, Jäger, Douay.

Lugano: Schlegel; Heed, Riva; Loeffel, Chiesa; Nodari, Wellinger; Eliot Antonietti, Wolf; Fazzini, Arcobello, Carr; Bödker, Kuraschew, Suri; Bürgler, Herburger, Lammer; Walker, Morini, Romanenghi.

Bemerkungen: Lausanne ohne Emmerton (überzähliger Ausländer), Lugano ohne Lajunen, Sannitz (beide verletzt), Bertaggia, Traber und Zurkirchen (alle krank).

SCL Tigers - Fribourg-Gottéron 3:4 (1:1, 0:1, 2:1, 0:1) n.V.

26 Zuschauer. - SR Salonen/Müller, Pitton/Gurtner. - Tore: 14. Brännström (Glauser, Maxwell/Powerplaytor) 1:0. 20. (19:55) DiDomenico 1:1. 26. Walser (Bougro) 1:2. 46. Dostoinov (Berger) 2:2. 56. Maxwell (Earl) 3:2. 59. Herren (Gunderson, DiDomenico/Powerplaytor) 3:3 (ohne Torhüter). 61. (60:54) Gunderson (Herren, DiDomenico) 3:4. - Strafen: je 2mal 2 Minuten. - PostFinance-Topskorer: Maxwell; Mottet.

SCL Tigers: Punnenovs; Glauser, Brännström; Blaser, Leeger; Grossniklaus, Erni; Schilt, Huguenin; Earl, Maxwell, Weibel; Dostoinov, Diem, Berger; Neukom, Flavio Schmutz, Julian Schmutz; Sturny, Melnalksnis, Kuonen.

Fribourg-Gottéron: Berra; Sutter, Jecker; Gunderson, Chavaillaz; Aebischer, Kamerzin; Bougro, Brasey; Brodin, Marchon, Stalberg; DiDomenico, Schmid, Herren; Sprunger, Bykow, Mottet; Rossi, Walser, Jörg.

Bemerkungen: SCL Tigers ohne Salzgeber (verletzt), Fribourg-Gottéron ohne Abplanalp, Furrer, Jobin (alle verletzt) und Desharnais (überzähliger Ausländer). Fribourg-Gottéron von 58:10 bis 58:30 ohne Torhüter.

Resultate/Rangliste:

National League. Dienstag: Ambri-Piotta - ZSC Lions 5:2 (0:0, 4:1, 1:1). Genève-Servette - Bern 5:3 (1:0, 2:0, 2:3). Lausanne - Lugano 2:1 (0:1, 1:0, 0:0, 1:0) n.V. SCL Tigers - Fribourg-Gottéron 3:4 (1:1, 0:1, 2:1, 0:1) n.V.

Rangliste: 1. Lausanne 9/19 (25:22). 2. Zug 7/17 (24:14). 3. ZSC Lions 10/15 (29:33). 4. Genève-Servette 6/12 (26:15). 5. Fribourg-Gottéron 5/11 (17:15). 6. Rapperswil-Jona Lakers 8/11 (17:20). 7. Lugano 6/9 (16:12). 8. Bern 7/9 (19:17). 9. Ambri-Piotta 9/9 (16:25). 10. Biel 6/5 (19:24). 11. SCL Tigers 7/5 (15:28). 12. Davos 4/4 (17:15).

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