"Die nächste Saison wird eine Riesen-Herausforderung"

Liga-Direktor Denis Vaucher blickt auf eine spezielle Eishockey-Saison zurück und gibt im Interview zu, dass es nicht immer einfach war und er auch mal ins Zweifeln kam.

Denis Vaucher, was ging Ihnen am Freitagabend bei Spielende durch den Kopf?

"Dass wir mit dem EV Zug erstmals seit längerer Zeit wieder einen Schweizer Meister haben. Es wurde mir auch klar, dass wir trotz aller Widerwärtigkeiten die Saison zu Ende spielen konnten. Ich war glücklich und erleichtert."

Hatten Sie zwischendurch Zweifel, dass Sie die Saison durchbringen?

(atmet tief durch) "Ich bin eigentlich ein sehr positiv denkender Mensch, und ich habe immer betont, wie wichtig es ist, dass wir die ganze Saison spielen können. Deshalb haben wir immer wieder phasenweise Planungen gemacht und adaptiert. Ehrlich gesagt: Am Ende der Qualifikation, als nach einer längeren Zeit ohne Quarantänen wieder mehrere aufs Mal kamen (Biel und Bern), hatte ich schon Bedenken für die Playoffs. Ich bin froh, dass wir zusammen mit der medizinischen Covid-19 Task Force das 'Double-Bubble'-Konzept entwickeln und umsetzen konnten. So konnten wir die Situation in den Playoffs unter Kontrolle halten."

Es gab 27 Quarantänen, 96 verschobene Spiele. Es ist ein kleines Wunder oder auch eine logistische Meisterleistung, dass man fast alle Spiele machen konnte.

"Das ist so. 341 wurden gespielt, 96 verschoben, das ist eine unglaubliche Leistung, die mein Team erbracht hat. Schauen Sie: In der Regel haben wir vielleicht eine Spielverschiebung pro Saison, wenn überhaupt."

Man müsste aber auch den Spielern ein Kränzlein winden. Die meisten von ihnen verzichteten auf Lohn und die Belastung war enorm gross, gerade auch in den Playoffs

"Selbstverständlich. Dieses Kränzlein muss man auch allen Klubs winden, die mit Sicherheitskonzepten und Tests grosse Zusatzaufwände hatten und natürlich den Spielern, die eine unglaublich hohe Belastung hatten. Und sie haben sich praktisch nie beklagt, das hat mich sehr gefreut. Es waren alle gemeinsam, die den Karren so gezogen haben, dass wir es über die Ziellinie schafften."

Nicht zu vergessen die Schiedsrichter, die ja nicht alle Profis sind.

"Absolut. No Refs no Game. Manchmal waren sie schon auf dem Weg an ein Spiel, als eine Absage kam, und mussten wieder umkehren. Sie haben wohl auch etwas grössere Nasenlöcher jetzt ... In den Playoffs wurden sie vor jedem Spiel getestet. Auch sie haben eine Parforce-Leistung erbracht."

Da stellt sich die Frage: War es das alles wert?

"Hundert Prozentig oder noch mehr. Wir konnten den Sport am Leben halten und haben mit vier Ligen gespielt. National League, Swiss League, U20 Elite und U17 Elite. Wir waren in Europa wohl eine der wenigen, die im Nachwuchsbereich Meisterschaften durchführen konnten. Dass wir spielten, war für alle Beteiligten, Partner, Medien, Sponsoren, Fans, auch wenn sie nicht im Stadion sein konnten, absolut zentral. Es hat gezeigt, dass der Sport auch in Krisenzeiten stattfinden kann. Es war essenziell wichtig, damit wir die Finanzhilfen erhalten, die an die effektiv ausgetragenen Spiele und damit entgangenen Zuschauereinnahmen gekoppelt sind."

Haben Sie schon eine Übersicht über die finanzielle Lage der Klubs? Kann man sagen, dass alle mit einem blauen Auge davon kommen?

"Die Übersicht haben wir erst Mitte Juli, wenn die Klubs ihr 'Reporting Package' einreichen. Wir gehen davon aus, dass in dieser Saison in der National League effektiv jeder mit einem blauen oder dunkelblauen Auge davonkommt. Gleichzeitig müssen wir darauf hinweisen, dass es künftig nicht einfacher wird. Die nächste Saison wird eine Riesen-Herausforderung. Wir wissen noch nicht, vor wie vielen Zuschauern wir spielen können. Wir haben gerade übers Wochenende eine Vernehmlassung an den Bund geschrieben und wir fordern, dass ab 1. September für Geimpfte, Getestete und Genesene eine volle Stadion Auslastung ohne Einschränkungen möglich sein muss. Aber es gilt zu berücksichtigen, dass wir nicht wissen, wie viele Fans bei all diesen Unsicherheiten Saisonkarten kaufen, wie viele Sponsoren nicht mehr bezahlen können und nicht zu vergessen: Alle Klubs müssen Kredite zurückzahlen. Deshalb stehen uns ganz grosse wirtschaftliche Herausforderungen bevor."

Jetzt gibt es nächste Saison nach dem Aufstieg von Ajoie 13 Teams. Das ist ja nicht ganz einfach.

"Selbstverständlich ist es nicht so einfach, aber Ajoie hat sich den Aufstieg verdient. Sie waren in der Qualifikation punktgleich mit Kloten das beste Team, obwohl sie wegen Quarantänen und wegen des Umbaus der Halle zu Beginn der Saison das strengste Programm aller Teams hatten. Es ist ihnen gelungen, auch wirtschaftlich einen Partner zu finden, der sie in den nächsten Jahren substantiell unterstützt. Es wird auch im nächsten Jahr keinen Absteiger geben, aber ein Aufstieg ist möglich. Es ist uns sehr wichtig, dass die Klubs in dieser Situation Planungssicherheit haben."

Ist auf Dauer eine 14er-Liga machbar? Gibt es genügend Spieler?

"Die Frage ist nicht, ob wir genügend Spieler haben, das haben wir. Die Frage ist, ob das Niveau deswegen sinkt. Deshalb haben wir die Diskussion über die Anzahl Ausländer geführt und werden sie weiterführen. Sie ist nicht abgeschlossen. Sie wird wohl abhängig sein von der Anzahl Mannschaften. Ich bin überzeugt, mit mehr Mannschaften gibt es auch mehr Chancen für junge Spieler. Wenn man es nicht ausprobiert, weiss man auch nicht, wie es herauskommt."

Wie sieht es beim Financial Fairplay aus?

"Das ist eine schwierige Frage. Wir werden in den nächsten ein, zwei Saisons das System ausprobieren, noch ohne einschneidende Massnahmen. Wir werden aber auch die Spielervereinigung und damit die Spieler mit ins Boot holen, damit wir gemeinsam Lösungen finden, um wirtschaftlich überleben zu können."

Es bleibt also eine offene Diskussion?

"Wir haben ja immer von einem Gesamtpaket gesprochen, das steht nach wie vor zur Diskussion. Wir haben da in der Kommunikation sicher Fehler gemacht, die Zusammenhänge nicht gut genug erklären können. Wir werden die Diskussion über Ligagrösse, Auf- und Abstieg, Anzahl Spieler oder das Financial Fairplay weiterführen. Ich bin überzeugt, dass wir ausgewogene Lösungen finden, die allen Anspruchsgruppen gerecht werden."

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