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Es fehlte an Pep: Die Offensive bleibt auch gegen Frankreich das Sorgenkind der Schweizerinnen

Im dritten Nations-League-Spiel, dem Duell mit Frankreich am Freitagabend, mussten die Schweizerinnen eine 0:2-Niederlage einstecken. Nach dem Spiel sind sich Trainerin und Spielerinnen einig: Es mangelt in der Offensive.

«Wenn wir so weitermachen, werden wir nie ein Tor schiessen.» Die Meinung von Pia Sundhage, weshalb im Spiel gegen Frankreich am Freitagabend, dem dritten der Nations-League-Kampagne, schon wieder kein Sieg resultierte, könnte klarer nicht sein. «Die Qualität unserer Abschlüsse muss besser werden, wir müssen mit mehr Selbstvertrauen agieren.»

Das gewisse Etwas fehlt

In die gleiche Richtung wie Nati-Trainerin Sundhage bilanziert auch Géraldine Reuteler am Morgen nach der 0:2-Niederlage gegen Frankreich. «Es ist immer schwierig zu sagen, woran es gelegen hat. Aber ja, wir hatten nicht die stärksten Abschüsse. Und auch sonst fehlte nach vorne etwas der Pep, das stimmt sicher.»

Noch im Herbst war dieses «gewisse Etwas», wie Meriame Terchoun die fehlende offensive Kreativität nach dem Spiel bezeichnet, da gewesen. Doch mit Ramona Bachmann, die erst in den letzten 25 Minuten in die Partie eingriff, und einer verletzt nicht eingerückten Naomi Luyet fielen die beiden Torschützinnen des 2:1-Siegs im Herbst zumindest für einen Grossteil des Spiels weg.

Zwar konnte Sydney Schertenleib mit schönen Balleroberungen immer wieder beweisen, dass das Potenzial da wäre. Und auch Luana Bühler und Noemi Ivelj verpassten das Tor nur knapp. Doch es sind letztlich alles Aktionen, die sich nicht im Resultat widerspiegeln.

Auch die zur Halbzeit eingewechselte Reuteler konnte nichts an der offensiven Leistung verändern. Und das, obwohl sie in ihrem Klub Eintracht Frankfurt gerade zur Bestform aufläuft. Zwölf Tore und sechs Assists verbucht sie in der laufenden Saison: Zu treffen scheint für sie also eigentlich kein Problem zu sein. «Im Klub werde ich öfter im Sturm eingesetzt, in der Nati spiele ich im Mittelfeld.»

Wäre es also die Lösung der Offensiv-Probleme, Reuteler auch in der Nati im Sturm einzusetzen? «Ich denke nicht, dass das eine Option ist, aber das ist letztendlich eine Trainerentscheidung. Aber ich glaube, ich sehe mich in der Nati eher im Mittelfeld – und Pia auch», so die 25-Jährige. Diese unterschiedliche Position ändere natürlich einiges am Spielverhalten.

Gewinnen ist eigentlich Pflicht

Ändern muss sich auch für das Spiel gegen Frankreich einiges. Denn nach einem 0:0 gegen Island, einem 1:2 gegen Norwegen und nun dem 0:2 gegen Frankreich sind die Schweizerinnen die einzigen in ihrer Gruppe, die mit nur einem Punkt nach drei Spielen dastehen. Während Lia Wälti und Ramona Bachmann nach der Niederlage am Freitagabend von einem kleinen Finalspiel in Island sprachen, sieht Reuteler die Sache gelassener.

Pia Sundhage war an der Seitenlinie so aktiv wie schon lange nicht mehr.
Bild: Gian Ehrenzeller / KEYSTONE

«Klar wollen wir gewinnen, das muss jede einzelne Spielerin immer auf dem Platz wollen. Aber es ist auch nicht so, dass die Welt bei einer Niederlage untergehen würde. Wir haben dann immer noch zwei Spiele, die kommen, und die wir gewinnen können.» Reuteler selbst hat gute Chancen, eine von den Spielerinnen zu sein, die am Dienstag gegen Island auf dem Platz steht.

«Sie hat das Team verbessert, als sie reinkam, aber ich denke, sie kann noch mehr zeigen im Spiel gegen Island», lässt Coach Sundhage in Aussicht stellen. Ansonsten wird sie aber wohl einige Veränderungen vornehmen. «Ich denke, es werden einige Spielerinnen von Anfang an spielen, die gegen Frankreich nicht die Chance hatten», verrät Sundhage.

Vielleicht werden es dann auch diese Spielerinnen sein, die für das «gewisse Etwas» sorgen, das von Terchoun und Reuteler im Nations-League-Spiel vom Freitagabend vermisst wurde.

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