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Grosse Überraschung: Baume-Schneider ist SP-Bundesrätin – Favoritin Eva Herzog unterliegt ++ Bei der SVP hat sich Favorit Albert Rösti (SVP) durchgesetzt

Ueli Maurer (SVP) und Simonetta Sommaruga (SP) haben nach über zehn Jahren auf Ende Jahr ihren Rücktritt aus der Landesregierung angekündigt. Heute findet die Ersatzwahl statt. 
Elisabeth Baume-Schneider (SP) und Albert Rästi (SVP) werden vereidigt als neue Bundesräte. (Keystone)

10:23 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Grosse Überraschung: Elisabeth Baume-Schneider ist Bundesrätin

Premiere für den Kanton Jura: Zum ersten Mal in seiner Geschichte ist er in der Landesregierung vertreten. Die Bundesversammlung hat die jurassische Ständerätin Elisabeth Baume-Schneider in den Bundesrat gewählt. Die 58-Jährige erhielt 123 Stimmen und setzt sich damit gegen die als Favoritin gehandelte Eva Herzog durch.

Die in der Deutschschweiz kaum bekannte Bauerntochter folgt damit auf Simonetta Sommaruga. Die lateinische Schweiz stellt damit mit vier Sitzen künftig neu auch die Mehrheit in der Landesregierung.

Die Basler Ständerätin Herzog erhielt im dritten Wahlgang 116 Stimmen. Auf Jositsch entfielen noch deren 6. Das Absolute Mehr lag bei 123 Stimmen. (abi)

3. Wahlgang

Nachfolge von Simonetta Sommaruga (SP)

Ausgeteilte Wahlzettel:245
Eingegangene
Wahlzettel:
245
Gültige Wahlzettel:245
Absolutes Mehr:123

Gewählt ist Elisabeth Baume-Schneider, Stimmen haben erhalten:

Elisabeth Baume-Schneider ✅SP/JU123123
Eva HerzogSP/BS116116
Daniel JositschSP/ZH66

Quelle: Parlament.ch

10:00 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Es bleibt spannend: Herzog holt im zweiten Wahlgang auf. Zünglein an der Waage bleiben die Stimmen von Jositsch

Für den SP-Bundesratssitz ist ein dritter Wahlgang notwendig. Weiter an der Spitze liegt Elisabeth Baume-Schneider mit 112 Stimmen. Etwas aufgeholt hat Eva Herzog. Nach 83 Stimmen im ersten Wahlgang kommt sie nun auf 105 Stimmen. Daniel Jositsch macht noch 28 Stimmen. Im dritten Wahlgang stehen nochmals alle drei zur Auswahl.

Sowohl Elisabeth Baume-Schneider wie auch Eva Herzog fehlen nicht mehr viele Stimmen zum absoluten Mehr. Entscheidend wird daher sein, wie sich die 28 Stimmen, die im zweiten Wahlgang auf Daniel Jositsch entfielen, auf die zwei Kandidatinnen verteilen. Dabei liegt der Vorteil – trotz Rückstand – bei der Basler Ständerätin. Klar ist bereits jetzt: Holt Jositsch nicht massiv auf, scheidet er nach dem dritten Wahlgang aus. (abi/rwa)

2. Wahlgang

Nachfolge von Simonetta Sommaruga (SP)

Ausgeteilte Wahlzettel:245
Eingegangene
Wahlzettel:
245
Gültige Wahlzettel:245
Absolutes Mehr:123

Stimmen haben erhalten:

Elisabeth Baume-SchneiderSP/JU112112
Eva HerzogSP/BS105105
Daniel JositschSP/ZH2828

Quelle: Parlament.ch

09:50 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Bürgerlicher Denkzettel verärgert SP-Spitze

58 Stimmen hat Daniel Jositsch im ersten Wahlgang gemacht – obwohl er gar kein offizieller Kandidat ist. SP-Fraktionspräsident Roger Nordmann zeigte sich danach sichtlich verärgert und trat ans Rednerpult. Er appellierte an die Vereinigte Bundesversammlung, sich an das offizielle Ticket der Partei zu halten.

Allerdings dürfte nicht so rasch jemand das Rennen machen. Im zweiten Wahlgang ist Jositsch auch dabei. Zudem hat sich der Zürcher Ständerat auch nicht selbst aus dem Rennen genommen. In der Vergangenheit hatten Sprengkandidaten auch schon nach einem Wahlgang eine Verzichtserklärung abgegeben. Möglich ist aber auch, dass sich die Proteststimmen im zweiten Wahlgang auf die beiden offiziellen Kandidatinnen verteilen.

Von den bisherigen 14 Bundesrätinnen und Bundesräten der SP wurden acht im ersten Wahlgang gewählt. Im zweiten Wahlgang das absolute Mehr erreicht hat bisher nur der amtierende Bundesrat Alain Berset. Gleich fünf Wahlgänge benötigten Moritz Leuenberger 1995 und Micheline Calmy-Rey 2002. (rwa/rus)

09:42 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Schafft Baume-Schneider die Sensation? Sie liegt nach dem ersten Wahlgang in Führung

Die beiden Herausforderinnen für die Nachfolge von Simonetta Sommaruga liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im ersten Wahlgang erhielt Elisabeth Baume-Schneider 96 Stimmen, Eva Herzog  kam auf 83 Stimmen. Wie erwartet erhält auch Daniel Jositsch Unterstützung. Er macht 58 Stimmen. Diese dürften vor allem aus den bürgerlichen Reihen gekommen sein – als Retourkutsche an der SP-Spitze. Damit braucht es einen zweiten Wahlgang. (rwa)

1. Wahlgang

Nachfolge von Simonetta Sommaruga (SP)

Ausgeteilte Wahlzettel:245
Eingegangene
Wahlzettel:
243
Gültige Wahlzettel:243
Absolutes Mehr:122

Stimmen haben erhalten:

Elisabeth Baume-Schneider SP/JU96
Eva Herzog SP/BS83
Daniel Jositsch SP/ZH58
Verschiedene6

09:36 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Wer wird die vierte SP-Bundesrätin?

Die SP-Politikerin, die auf Simonetta Sommaruga folgt, wird die vierte SP-Bundesrätin sein. Insgesamt ist sie die 15. Person aus der Sozialdemokratischen Partei, die einen Bundesratssitz besetzt. Die bisherigen Bundesrätinnen und Bundesräte der SP-Geschichte sind nachfolgend aufgelistet. (rus)

09:24 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Erster Wahlgang für Nachfolge Sommaruga beginnt

Nach der Wahl von Albert Rösti richtet sich der Fokus auf den frei werdenden SP-Sitz. Zur Erinnerung: Auf dem offiziellen Ticket stehen die Basler Ständerätin Eva Herzog und ihre jurassische Ratskollegin Elisabeth Baume-Schneider. Wird auch hier eine der beiden Kandidaten im ersten Wahlgang durchmarschieren?

Zum Spielverderber werden könnte Daniel Jositsch. Der Zürcher Ständerat gab zwar seine Kandidatur bekannt. Die SP-Spitze hatte jedoch von Beginn an klar gemacht, dass nur eine Frau Simonetta Sommaruga im Bundesrat beerben könne. Erwartet wird deshalb, dass Jositsch aus den bürgerlichen Reihen Stimmen erhält – quasi als Denkzettel an die SP. (rwa)

09:11 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Rösti nimmt die Wahl an

«Die Wahl ist für mich und meinen Kanton eine grosse Ehre», sagte der frisch gewählte Bundesrat Albert Rösti. «Ihr Vertrauen löst bei mir eine grosse, tief empfundene Verantwortung aus.» Eine Verantwortung für alle Bürger, die gemeinsamen Errungenschaften und den Wohlstand der Schweiz zu sichern. «Ich nehme die Wahl zum Bundesrat gerne an.» (abi)

09:05 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Albert Rösti schafft Wahl im ersten Wahlgang

Albert Rösti wird seiner Favoritenrolle gerecht. Bereits im ersten Wahlgang erreicht der frühere SVP-Parteipräsident das absolute Mehr. Der Berner SVP-Nationalrat wird mit 131 von 243 gültigen Stimmen in den Bundesrat gewählt. Er tritt die Nachfolge von Ueli Maurer an, der nach zwölf Jahren aus dem Gremium ausscheidet. Chancenlos bleibt der Zürcher Rechtsprofessor und alt Nationalrat Hans-Ueli Vogt. Er erzielt 98 Stimmen. (rwa)

Albert Rösti ist gewählt, Stimmen haben erhalten: Alber Rösti (131), Hans-Ueli Vogt (98), Verschiedene (14)

08:50 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Wer wird das 13. SVP-Mitglied im Bundesrat?

Elf Bundesräte und eine Bundesrätin stellte die aktuell wählerstärkste Partei bisher (Samuel Schmid und Eveline Widmer-Schlumpf mitgezählt). Die Vorgängerinnen und Vorgänger von Albert Rösti oder Hans-Ueli Vogt sind in der nachfolgenden Liste aufgeführt. (rus)

08:45 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Der erste Wahlgang beginnt

Nachdem SVP-Fraktionspräsident Thomas Aeschi die beiden Kandidaten Albert Rösti und Hans-Ueli Vogt kurz vorgestellt hat, beginnt nun der erste Wahlgang. Laut Nationalratspräsident Martin Candinas können im ersten Wahlgang alle wählbaren Personen gewählt werden. Er macht darauf aufmerksam, dass Wahlzettel nur gültig sind, wenn der Name zweifelsfrei zugeordnet werden kann. Die Stimmenzähler verteilen die Wahlzettel. (rwa)

08:37 Uhr MITTWOCH, 7. SEPTEMBER
Bundesräte verlassen den Saal

Nach der Würdigung verlassen die sieben Mitglieder des Bundesrates den Nationalratssaal. Sie werden mit einem warmen Applaus verabschiedet. Nun gilt es Ernst und die Vereinigte Bundesversammlung schreitet zur Wahl. Nationalratspräsident Martin Candinas erklärt das Prozedere. (rwa)

08:37 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
«Lösungen sind nur möglich, wenn wir uns aufeinander zubewegen»

Simonetta Sommaruga verabschiedete sich ebenfalls mit einer Rede. Es sei ihr eine Freude und Ehre gewesen, ihr Amt auszuüben. «Ich habe es gerne gemacht», sagte sie. Sie habe angepackt. Einfach war es selten – auch im Parlament nicht. Aber die Resultate seien erfreulich gewesen. «Es hat sich gelohnt.»

08:31 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Sommaruga: Rund 12 Jahre im Amt

Simonetta Sommaruga wird ihre Zeit als Bundesrätin nach etwas mehr als zwölf Jahren abschliessen. Gewählt wurde sie am 22. September 2010 mit 159 Stimmen im vierten Wahlgang. Sommaruga war bei Amtsantritt 50 Jahre alt, fast genau so alt wie die bisherigen Bundesrätinnen und Bundesräte im Schnitt bei Amtsantritt waren. (rus)

08:25 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Candinas: Eine Brückenbauerin geht, die sich treu geblieben ist

Nun ist die Reihe an Simonetta Sommaruga. Für Nationalratspräsident Martin Candinas hat sie immer den Leitsatz befolgt, wonach sich das Wohl der Menschen an den Schwächsten messe. Candinas würdigt auch die zahlreichen Reformen, die Sommaruga auf den Weg gebracht habe.

Die abtretende Umweltministerin könne Brücken bauen, Dialoge auf Augenhöhe führen. «Mit ihrer ruhigen und besonnenen Art haben sie die Bevölkerung für einschneidende Coronamassnahmen gewonnen», würdigte Candinas das Wirken von Sommaruga. Dabei sei sie sich immer treu geblieben, wie das Sommaruga bereits bei der Wahl in den Bundesrat angekündigt hatte: «Ich bleibe die, die ich bin.» Candinas schloss: «Sie treten demütig einen Schritt zurück, bleiben verletzlich und beweisen einer ihrer grossen Stärken.» (rwa)

08:17 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
«Eine Fussnote der Geschichte»

Der abtretende Bundesrat Ueli Maurer bedankte sich in seiner Abschiedsrede für die Zusammenarbeit. «Es war mir immer eine Freude und Ehre», sagte er. Die Diskussionen und Emotionen werde er nie vergessen. Nun freue er sich «riesig» auf die Zeit danach. Er betonte zudem, dass Bundesräte nicht die Hauptpersonen sind, sondern lediglich die Fussnoten der Geschichte. «Das ist unser System.»

Maurer sinnierte in seiner Rede über die Freiheit und betonte, wie wichtig sie für die Schweiz sei. «Ein gesunder Finanzhaushalt bedeutet ebenfalls Freiheit.» Er sei stolz auf seinen Ruf als «Sparonkel.» Denn es gebe nichts einfacheres, als fremdes Geld auszugeben.

08:10 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
«Wir wissen, dass du dich freust, wieder der normale Ueli zu sein»

Nationalratspräsident Martin Candinas hat das Schaffen des abtretenden Finanzministers Ueli Maurer gewürdigt. «Wir alle hier stehen im Dienste der Menschen der Schweiz.» Mit diesem Satz habe Maurer auf den Punkt gebracht, wie er seine Aufgabe verstehe.14 Jahre lang habe er für die Schweiz im Bundesrat gearbeitet. Maurer werde geschätzt für seine Freundlichkeit, mit der er jeden grüsse. Candinas hob auch seine Bodenständigkeit und seine verschmitzte Art hervor. Maurer sei ein «Chrampfer».

Candinas dankte dem abtretenden Bundesrat für seine Arbeit. Er habe «mit Freude und Tatkraft für unser Land» alles herausgeholt und die Schweiz weitergebracht. «Wir wissen, dass du dich freust, wieder der normale Ueli zu sein.» (rwa)

08:00 Uhr MITTWOCH, 7. DEZEMBER
Jetzt geht es los

Pünktlich um 8 Uhr eröffnet Nationalratspräsident Martin Candinas die Vereinigte Bundesversammlung. Die Ständerätinnen und Ständeräte finden sich für die Wahl der neuen Bundesräte im Saal des Nationalrats ein. Bevor die 246 Politikerinnen und Politiker die Nachfolge von Ueli Maurer und Sommaruga bestimmen, würdigt Candinas die beiden Magistraten. Danach verabschieden sich die Abtretenden in einer Rede vom Parlament.

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