
Kantonales Komitee stellt sich gegen Volksinitiative für Lohngleichheit
Am 18. Mai stimmt der Aargau darüber ab, ob Lohnanalysen für Unternehmen ab 50 Angestellten zur Pflicht werden sollen und ob die kantonale Fachstelle für Gleichstellung wieder eingeführt wird. Frauenverbände und Gewerkschaften wollen damit mehr Gleichstellung und Lohngleichheit erreichen.
Doch es gibt erheblichen Widerstand.So spricht sich der Regierungsrat gegen die Initiative aus.Er betrachtet es als «nicht zielführend», wenn der Aargau vorprescht.Auch der Grosse Rat hat sich im Januar dagegen ausgesprochen und von einem Bürokratiemonster gesprochen, das man damit schaffen würde. Immerhin dürfen sich die Initiantinnen über einen (kleinen)Zuspruch aus Parteien ausserhalb des linken Spektrumsfreuen. Aber die Gegnerschaft scheint stark.
Jetzt kommt mit dem kantonalen Komitee «Nein zur Leerlauf-Initiative» gar noch weiterer Gegenwind auf. Gleichstellung sei zwar zweifellos ein wichtiges Anliegen, räumt dieses in einer Mitteilung vom Montag ein. «Leider tragen aber weder der Berichtszwang für Aargauer KMU ab 50 Mitarbeitenden noch eine neue Amtsstelle zum Erreichen dieses Ziels bei.» Vielmehr würden damit Steuergelder verschwendet, die Bürokratie würde aufgebläht.
Das Komitee gebildet haben Vertreterinnen der SVP Frauen und FDP Frauen, zusammen mit den Kantonalparteien von SVP, Junge SVP, EDU, FDP, Jungfreisinnige, Die Mitte und Grünliberale sowie mit den beiden kantonalen Wirtschaftsverbänden.
Sie sehen die Anliegen der Initiative bereits mit dem nationalen Gleichstellungsgesetz ausreichend erfüllt, das eine Pflicht zur Lohnanalyse für Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitenden beinhaltet. Darüber hinaus sei die von den Initianten geforderte kantonale Fachstelle zur Gleichstellung gar nie abgeschafft worden, sondern in die Fachstelle Familie und Alter übergegangen.
Man solle das Geld statt in weitere Analysen und Berichte besser in die Förderung externer Kinderbetreuung oder in die Weiterbildung der Mitarbeitenden stecken, schlägt das Komitee vor. «Zudem braucht es endlich Anpassungen in der Altersvorsorge, sodass sich auch Teilzeitangestellte mit tieferen Pensen oder Personen mit mehreren Berufen in der Pensionskasse versichern können», so das Komitee.(pin)