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Nicht mal als Putzlappen zu gebrauchen: Billigmode vermiest Kleidersammelstellen das Geschäft

Die alten Kleider nicht einfach wegschmeissen, sondern bei einer Sammelstelle abgeben, wäre eigentlich ein guter Gedanke. Was weniger gut ist: die Qualität der getragenen Sachen wird immer schlechter. Für die Firma Tell-Tex ist das ein ernsthaftes Problem. Ein Treffen mit dem Betriebsleiter in Safenwil.

In der Schweiz gibt es über 3600 Altkleidersammelstellen der Firma Tell-Tex. Die Mitarbeitenden stellen fest, dass die Qualität der Altkleidung stetig abnimmt. Die Container sind zwar bis zum Rand voll, wie auch im Video von Tele M1 zu sehen ist, das in Safenwil gedreht wurde. Allerdings findet sich viel Billigware darunter. «Wir wissen bei solchen Kleidungsstücken nicht, was für Chemikalien verwendet wurden», sagt Sascha Sardella, Betriebsleiter Tell-Tex. «Vor allem Ware, die aus dem asiatischen Raum kommt, bereitet uns Kopfzerbrechen.»

Günstige Ware, auch «Fast Fashion» genannt, wie sie etwa auf Temu zu finden ist, verleiten die Schweizer Konsumenten zu Ramschkäufen. Die ausländischen Abnehmer, welche die Altkleidung von Tell-Tex abkaufen, können mit dieser «Fast Fashion» allerdings nur wenig anfangen. Sie möchten hochwertige Textilien, die sich für den Weiterverkauf oder die Weiterverarbeitung eignen. Manche Kleidungsstücke weisen eine so schlechte Qualität auf, dass sie sich nicht mal mehr als Putzlappen eignen.

Das eine ist die Billigware, das andere ist der ganze Abfall, der in den Containern landet. Frustrierend für die Mitarbeitenden von Tell-Tex. Fast die Hälfte des Containerinhalts muss die Firma auf eigene Kosten entsorgen. Diesen finanziellen Mehraufwand spürt der Altkleidersammler immer stärker. «Wir finanzieren uns durch den Weiterverkauf der Kleider. Wenn diese Preise zusammenfallen, können wir die Sammlung nicht mehr finanzieren», sagt Sascha Sardella.(cam)