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US-Staatsanwaltschaft fordert Todesstrafe für CEO-Mörder Luigi Mangione

Auf Bundesebene kann in den USA noch immer die Todesstrafe verhängt werden. Nun fordert die Staatsanwaltschaft den Tod Luigi Mangiones, für den angeblichen Mord an einem Krankenkassen-CEO.

US-Justizministerin Pamela Bondi fordert bei einer Verurteilung die Todesstrafe für Luigi Mangione, der wegen dem Mord an einem Versicherungschef angeklagt ist. Das gab das Justizministerium am Dienstag unter anderem auf X bekannt.

«Der Mord war ein Akt der politischen Gewalt», teilte Bondi mit. Mangione habe vorsätzlich gehandelt und die Tat geplant. «Da der Mord in der Öffentlichkeit und in der Nähe von Schaulustigen stattfand, bestand möglicherweise eine grosse Gefahr für den Tod weiterer Personen», so Bondi.

Sie habe den zuständigen Staatsanwalt in dem Bundesverfahren gegen Mangione angewiesen, die Todesstrafe zu fordern.

Tagelange Fahndung nach dem Schützen

Mangione soll den Chef des milliardenschweren US-Krankenversicherers United Healthcare, Brian Thompson, gezielt auf einer Strasse in Manhattan erschossen haben. Versicherungschef Thompson war am Morgen des 4. Dezember nahe dem Times Square aus nächster Nähe niedergeschossen worden und in einem Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben. Die von Überwachungskameras gefilmte Tat sowie die öffentliche Fahndung machten weltweit Schlagzeilen.

Der Schütze floh zunächst auf einem Fahrrad und verschwand dann. Fünf Tage später wurde er in einem Fast-Food-Lokal in der Stadt Altoona im US-Bundesstaat Pennsylvania erkannt und verhaftet. Der 26-jährige Mangione war dann für seinen Prozess unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen von Pennsylvania nach New York geflogen worden. Nach der Tat hatte es in den USA ungewöhnlich viel Sympathiebekundungen für den mutmasslichen Schützen gegeben. Millionen US-Amerikaner verzweifeln an dem teuren Gesundheitssystem ihres Landes.

Trump befürwortet Todesstrafe

US-Präsident Donald Trump strebt eine verstärkte Anwendung der Todesstrafe bei Bundesverfahren an. Sie ist in den USA weiterhin auf Bundesebene, beim Militär und in 27 Bundesstaaten zulässig, wird jedoch nicht mehr überall vollstreckt. Unter Trumps demokratischem Amtsvorgänger Joe Biden waren Hinrichtungen auf Bundesebene ausgesetzt.

Auch zu Beginn von Trumps erster Amtszeit (2017 bis 2021) wurden auf Bundesebene keine Hinrichtungen durchgeführt. Seit 2003 herrschte de facto eine Pause. Kurz vor Ende seiner Amtszeit liess der Republikaner die Vollstreckungen aber wieder aufnehmen und setzte innerhalb weniger Monate 13 Hinrichtungen durch – mehr als jeder US-Präsident seit Jahrzehnten.

Eine knappe Mehrheit der Amerikaner unterstützt nach wie vor die Todesstrafe. Zweifel aufgrund von Justizirrtümern, Diskriminierung und ungleicher Rechtsvertretung lassen die Zustimmung jedoch kontinuierlich schwinden.(watson/dpa/lyn)