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Für wen ist Covid-19 wirklich gefährlich? Ein Nasenabstrich ermöglicht Prognosen

Forschende in Basel haben eine Methode gefunden, um frühzeitig zu erkennen, bei wem eine Covid-19-Erkrankung einen schweren Verlauf nimmt. Damit versprechen die neuen Medikamente noch mehr Erfolg.

Wer positiv auf das neue Coronavirus getestet wird, bleibt in der Regel ohne medizinische Betreuung zu Hause in Isolation. Ungünstig ist dies, wenn die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt. Denn viele antivirale Medikamente wirken besser, wenn sie früh im Verlauf der Infektion genommen werden. Nun haben Forschende des Universitätsspitals Basel einen Weg gefunden, mit hoher Zuverlässigkeit vorherzusagen, bei welchen Patientinnen und Patienten ein Spitalaufenthalt oder sogar der Tod droht.

Um gefährdete Personen zu erkennen, ist ein Nasenabstrich mit PCR-Test nötig. Im Abstrich gibt ein sogenannter Zellmarker Hinweise darauf, ob in den unteren Atemwegen viele Zellen beeinträchtigt sind. In einem ersten Teil der Studie zeigten die Forschenden, dass dieser Zellmarker bei an Covid-19 Verstorbenen deutlich erhöht war. Anschliessend versuchte das Team, anhand der Nasenabstriche bei lebenden Patientinnen und Patienten eine Prognose zu stellen. Bei achtzig Personen mit Covid gelang es, fast 90 Prozent der Spitaleinweisungen und 100 Prozent der Todesfälle vorherzusagen. Die Studie erschien in der Fachzeitschrift «Embo Molecular Medicine».

Tabletten müssen frühzeitig genommen werden

Besonders interessant sind die Resultate angesichts zweier neuer Medikamente, die in den vergangenen Wochen von sich reden machten: Molnupiravir, das von den Unternehmen Merckx und Ridgeback entwickelt wurde, sowie Paxlovid von Pfizer. Sie hemmen die Vermehrung des Virus und müssen deshalb früh nach der Ansteckung eingenommen werden, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Molnupiravir erhielt Anfang Monat in Grossbritannien die Zulassung, Paxlovid ist noch nirgends zugelassen. Beide Medikamente können als Tablette eingenommen werden. Das macht die Behandlung einfacher als mit bisher eingesetzten Wirkstoffen, die intravenös im Spital verabreicht werden müssen.

Molnupiravir halbiert gemäss Herstellern das Risiko einer Hospitalisierung. Es sorgt dafür, dass das Virus bei der Vermehrung mutiert und dadurch nicht mehr lebensfähig ist. Allerdings gibt es Bedenken, das Medikament könnte möglicherweise das menschliche Erbgut schädigen.

Paxlovid soll schwere Verläufe sogar zu rund neunzig Prozent verhindern – und dies mit einer Wirkung auf Enzyme statt Gene. Ein Nachteil ist, dass es mit vielen anderen Medikamenten nicht kombiniert werden sollte, wie in der Zeitschrift «Nature» zu lesen ist. Das kann gerade bei Menschen mit Vorerkrankungen problematisch sein.

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