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Jeder vierte Wintertourist aus dem Ausland muss in Quarantäne: So hart trifft das neue Einreiseregime den Tourismus

Der Bund verschärft die Einreisevorschriften für Länder, in denen die Omikron-Variante nachgewiesen wurde. Das trifft Hunderttausende Touristen. Einige Kantone wie das Wallis sind besonders betroffen.

In Verbier wird diesen Winter weniger Englisch zu hören sein. Der bei Briten beliebte Wintersportort wird mit einer Stornierungswelle konfrontiert, seit der Bund beschlossen hat, die Einreiseregeln zu verschärfen. Wer aus dem Vereinigten Königreich in die Schweiz reist, muss seit neuestem einen negativen Covid-19-Test vorweisen und 10 Tage in Quarantäne. Die meisten Touristen sagen deshalb die Skiferien ab.

Neben der Insel hat der Bund weitere Länder auf die Quarantäneliste gesetzt, in denen die besorgniserregende Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen wurde (siehe Box). Doch was bedeutet das für den Tourismus?

Jeder vierte Wintertourist aus dem Ausland müsste derzeit in Quarantäne. Das zeigt eine Analyse von CH Media anhand von Daten des Bundesamt für Statistik aus dem Jahr 2019 – dem letzten Jahr vor der Coronakrise. Analysiert wurden die Logiernächte in den Monaten Dezember, Januar, Februar und März.

Insgesamt verzeichnete die Schweiz in diesen vier Monaten im Jahr 2019 knapp 12,2 Millionen Logiernächte, 6,2 Millionen von Gästen aus dem Ausland. Den grössten Teil mit 1,3 Millionen machten deutsche Touristen aus. Sie sind von den Quarantäneregeln nicht betroffen.

Die neue Quarantäneliste

Bisher 23 Länder

Das Bundesamt für Gesundheit führt eine Liste mit derzeit 23 Ländern, in denen die Omikron-Variante nachgewiesen wurde (Link zur Liste). Wer aus diesen Ländern in die Schweiz einreisen will, muss einen negativen Covid-19-Test vorweisen und nach Ankunft 10 Tage in Quarantäne. Das gilt auch für geimpfte Personen. Per 30. November stehen folgende Länder auf der Liste: Belgien, Botsuana, Eswatini, Hongkong, Israel, Lesotho, Mosambik, Namibia, Simbabwe, Südafrika, Ägypten, Malawi, Niederlande, Tschechien, das Vereinigte Königreich (UK), Angola, Australien, Dänemark, Sambia, Japan, Kanada, Nigeria und Portugal.

Hart treffen die neue Regeln indes das Geschäft mit Gästen aus dem Vereinigten Königreich (UK). Im Jahr 2019 waren sie in den Wintermonaten für fast 590’000 Logiernächte verantwortlich und stellten damit die drittgrösste Gästegruppe.

Schmerzhaft ist auch, dass Belgier und Niederländer nicht mehr bequem einreisen können. Sie waren 2019 für fast 246’000 respektive 225’000 Logiernächte verantwortlich. Insgesamt machten Gäste aus den 21 betroffenen Ländern im Jahr 2019 knapp 25 Prozent aller Logiernächte aus dem Ausland und knapp 13 Prozent aller Logiernächte aus. Diese fast 1,6 Millionen Logiernächte dürften wegfallen – auch wenn im Gegenzug dafür möglicherweise mehr Schweizerinnen und Schweizer die Winterferien im Inland verbringen, gilt doch die Quarantänepflicht bei der Rückkehr aus einem betroffenen Land auch für sie.

Nicht alle grossen Tourismuskantone sind gleich stark von den neuen Regeln betroffen. Die Rangliste offenbart grosse Unterschiede: So war im Jahr 2019 im Kanton Genf fast jede elfte Logiernacht auf einen Gast aus dem Vereinigten Königreich zurückzuführen. Die sieben grössten Länder auf der Quarantäneliste (UK, Niederlande, Belgien, Dänemark, Portugal, Kanada und Australien) machten dort über 15 Prozent aller Logiernächte aus.

Das Wallis ist am stärksten betroffen

Noch härter trifft die Quarantäneliste den Kanton Wallis: In den Wintermonaten des Jahres 2019 waren Gäste aus diesen sieben Ländern für 16 Prozent aller Logiernächte verantwortlich, knapp 9 Prozent der Gäste kamen aus dem Vereinigten Königreich.

Weniger stark treffen dürfte die neue Liste hingegen Kantone wie das Tessin oder St. Gallen, in denen der Anteil an Gästen aus den Ländern auf der Quarantäneliste nur klein ist. Der Kanton Graubünden als Hochburg des Wintertourismus ist mittelmässig stark betroffen.

So stark sind die Kantone betroffen

Quelle: Bundesamt für Statistik – Grafik: ehs

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