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Maskenkritiker will Massnahmen aufheben und Durchseuchung in Kauf nehmen – Schulleiter die Kinder und ihre Eltern schützen

Jérôme Schwyzer, der Präsident des maskenkritischen Lehrernetzwerks, und Beat Petermann, Co-Präsident des Schulleiterverbandes, lieferten sich im TalkTäglich auf Tele M1 ein Streitgespräch zur Maskenpflicht. Schon bei der Grundsatzfrage, wie mit Omikron umzugehen sei, wurden sie sich nicht einig.

Am Montag zogen einige Dutzend Maskengegner mit ihren Kindern durch die Aarauer Altstadt. Danach übergaben Sie vor dem Regierungsgebäude eine Petition mit 470 Unterschriften gegen die Maskenpflicht an der Primarschule. «Dieser Protest beeindruckt mich nicht, wenn man sieht, dass bei 70000 Volksschülern im Aargau weniger als 500 Personen die Petition unterschrieben haben», sagte Beat Petermann, Co-Präsident des Schulleiterverbands, im TalkTäglich von Tele M1.

Petermann hielt fest, es gebe Kritik von Eltern an der Regelung, dass Kinder ab 1. Klasse eine Maske tragen müssen. Es handle sich um eine kleine Minderheit, die grosse Mehrzahl der Eltern und Lehrpersonen würden die Regeln mittragen. «Es tut mir als Lehrer weh, wenn ich sehe, wie bei diesem Protest in Aarau die Kinder von ihren Eltern instrumentalisiert werden», sagte Petermann zu Aufnahmen von Tele M1, bei denen sich Schülerinnen negativ über die Masken äussern.

Lehrernetzwerk-Präsident: «Eine kritische Minderheit gilt nichts mehr»

Bei allen drei Punkten widersprach Jérôme Schwyzer, Präsident des maskenkritischen Lehrernetzwerks Schweiz, im Talk entschieden. Der Widerstand gegen die Maskenpflicht sei viel grösser, als die 500 Unterschriften für die Petition vermuten liessen, sagte er.

Diese stamme nicht vom Lehrernetzwerk und ohnehin sei es bedenklich, dass eine kritische Minderheit offenbar nichts mehr gelte. Schwyzer stellte in Abrede, dass Kinder für den Maskenprotest instrumentalisiert würden. «Wenn sie in die Kamera sagen, wie toll die Impfung ist, kritisiert das auch niemand», sagte er weiter.

Kinder vor Ansteckung schützen oder Durchseuchung anstreben?

Nicht einig wurden sich die Talk-Teilnehmer auch bei einer Grundsatzfrage. Petermann sieht die Maske als Mittel, um Ansteckungen unter Schülern zu reduzieren. Zudem könne damit das Risiko gesenkt werden, dass Kinder zu Hause weitere Familienmitglieder anstecken. Schwyzer sagte, für Kinder sei Omikron ungefährlich, alle Massnahmen sollten aufgehoben und eine Durchseuchung angestrebt werden. Zudem habe der Regierungsrat keine Studie geliefert, die belege, dass Masken eine Wirkung hätten.

Schwzyer sagte weiter, für manche Eltern sei es der letzte Ausweg, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten, wenn sie ihnen keine Maske zumuten wollten. Daher verlangt das Lehrernetzwerk temporär Fernunterricht. Laut Petermann ist der Lernerfolg dieser Schulform schlecht und Präsenzunterricht die bessere Lösung. Zudem sei Homeschooling nicht als Schlupfloch für Maskengegner gedacht.

EDU-Grossrat stellt Fragen zu Maskenpflicht für Kinder

Auch in der Politik wird die Maskenpflicht für Kinder thematisiert. In der ersten Grossratssitzung 2022 reichte Martin Bossert (EDU) eine Interpellation ein. Er will vom Regierungsrat unter anderem wissen, anhand welcher Kriterien die Maskenpflicht für die einzelnen Schulstufen angeordnet oder aufgehoben wird. Zudem zieht er die Wirksamkeit von Masken für Kinder in Zweifel und fragt, ob Masken sich negativ auf deren Gesundheit auswirken könnten.

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